Stand: 27.02.2013 12:20 Uhr

Ottos erstes Mal in Bremen

Werder-Urgestein Horst-Dieter Höttges (M.) verteilt Blumen an seine Mitspieler und Trainer Otto Rehhagel (r.) © imago/kicker
Es ist geschafft: Nach dem Klassenerhalt verteilt Werders Horst-Dieter Höttges (M.) Blumen an seine Mitspieler und Trainer Otto Rehhagel (r.).

Otto Rehhagel hat sich als Bundesliga-Rekordtrainer ein Denkmal gesetzt: Über 14 Jahre (1981 bis 1995) trainierte der gebürtige Essener Werder Bremen und feierte mit dem Team von der Weser einen Aufstieg (1981), zwei deutsche Meisterschaften (1988 und 1993) und zwei DFB-Pokalsiege. Doch Rehhagels Zeit an der Weser begann bereits Ende Februar 1976. Rehhagel kam als "Feuerwehrmann" und sollte die Mannschaft vor dem drohenden Abstieg bewahren. Sein Debüt am 29. Februar ging mit einem 0:2 in Karlsruhe zwar in die Hose, doch der Coach blieb zuversichtlich: "Wir geben uns natürlich noch nicht geschlagen, auf keinen Fall. Wir werden versuchen, mit aller Macht das Bestmögliche noch aus der Geschichte zu machen", sagte der damals erst 37-Jährige - und ließ seinen Worten mit dem Klassenerhalt Taten folgen.

Burdenski senior bittet zum Schnaps

Ottos erstes Mal in Bremen hatte aus heutiger Sicht kurios begonnen: Werder stellte seinen neuen Cheftrainer in einem italienischen Restaurant in der Bahnhofsvorstadt vor. Man begoss die Verpflichtung mit Schnaps. Auch mit seinem Vorgänger Herbert Burdenski stieß Rehhagel in dem Lokal an. "Ich könnte das nicht - das, was mein Vater damals getan hat. Dem neuen Trainer das zu übergeben. Da gehört eine ganze Menge Stärke und Größe zu, sowas zu machen", sagte Burdenskis Sohn Dieter, damals Stammtorhüter der Bremer, dem NDR Sportclub: "Heute geht der Trainer, wenn er abgeschossen wird, aus dem Hintereingang raus aus dem Stadion, schnell zu seinem Wagen und fährt weg." Burdenski senior war erst vor der Saison gekommen.

Rehhagel gibt Spielern neuen Mut

Trainer Otto Rehhagel (M.) von Werder Bremen mit den Spielern (v.l.) Karl-Heinz Kamp, Per Röntved, Jürgen Röber und Franz Hiller © imago/Schumann
Coach Rehhagel (M.) machte seine Spieler fit.

Die Punkteausbeute unter dem neuen Coach blieb zunächst mau: Nur ein Sieg gelang in den ersten acht Partien, nach dem 0:0 am 30. Spieltag im Derby bei Hannover 96 rutschten die Bremer sogar auf einen Abstiegsplatz ab. Doch Rehhagel und Werder kriegten die Kurve. Nach drei Siegen in Folge war der Klassenerhalt bereits vor dem letzten Spieltag perfekt. Die 0:2-Niederlage im Saisonfinale bei Rehhagels Heimatverein Rot-Weiss Essen konnten die Hanseaten verschmerzen. "Er hat eine gewisse Lockerheit in die Mannschaft gebracht und auch das Gefühl, dass man jedes Spiel gewinnen kann", lobte Keeper Burdenski. Rehhagel habe das Team offensiver ausgerichtet und ihm neuen Mut eingeimpft. Dass der Klassenerhalt nicht bereits die Rehhagel-Ära begründete, lag an der mehr oder minder weisen Voraussicht der Vereinsverantwortlichen. Die hatten schon im Winter in Hans Tillkowski einen neuen Trainer für den Sommer verpflichtet. Rehhagel kehrte erst 1981 zurück - und mit ihm der Erfolg.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 15.04.2012 | 23:30 Uhr

Mehr Fußball-Meldungen

Die HSV-Spieler verabschieden sich von den Fans. © WITTERS Foto: ValeriaWitters

0:2 gegen Hertha BSC: HSV verpasst Bundesliga-Aufstieg

Die Hamburger konnten am Montagabend im Relegations-Rückspiel nicht an ihre gute Leistung beim 1:0-Sieg in Berlin anknüpfen. mehr