Stand: 14.06.2012 21:48 Uhr  | Archiv

Kapitän Frings und Werder Bremen

Bremens Torsten Frings lehnt am Pfosten. © picture-alliance
Werders Kapitän Torsten Frings muss gehen.

Was lange währte, wurde nicht gut. Zumindest aus Sicht von Torsten Frings. Der Kapitän des Bundesligisten Werder Bremen hatte seit Monaten auf einen neuen Vertrag an der Weser spekuliert. Doch die Hanseaten gaben am 17. Mai 2011 die Trennung vom 34 Jahre alten Mittelfeldspieler bekannt. "Die Geschäftsführung hat in Abstimmung mit Thomas Schaaf und unter Abwägung sportlicher und wirtschaftlicher Aspekte entschieden, Torsten Frings keinen neuen Vertrag als Lizenzspieler anzubieten", erklärte Geschäftsführer Klaus Allofs auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz. "Für mich ist es okay so. Der Verein muss dringend was tun. Von daher akzeptiere ich das", sagte Frings zu NDR 2. Damit ging in Bremen eine Ära zu Ende. Der Ex-Nationalspieler war der unangefochtene Wortführer in der Bremer Mannschaft, hielt mit seiner Meinung - auch zu Mitspielern - nie hinterm Berg.

Bremen muss sparen

Frings' Karriere in Zahlen

Geboren: 22.11.1976 in Würselen
Bundesliga-Stationen: 1997 - 2002 Werder Bremen, 2002 - 2004 Borussia Dortmund, 2004/2005 Bayern München, 2005 - 2011 Werder Bremen, 2011 -2013 FC Toronto
Bundesligaspiele: 402
Länderspiele: 79
Erfolge: deutscher Meister 2005 (Bayern München), DFB-Pokal-Sieger 1999, 2009 (Werder Bremen) und 2005 (Bayern München), WM-Zweiter 2002, WM-Dritter 2006, EM-Zweiter 2008, kanadischer Meister 2012

Der "Lutscher", wie Frings gerufen wird, absolvierte stolze 326 seiner insgesamt 402 Bundesligaspiele für die Grün-Weißen. 79 Mal lief er für die Nationalmannschaft auf, ehe ihn Bundestrainer Joachim Löw in den Ruhestand schickte. Dasselbe passierte Frings in Bremen, wo die Verantwortlichen einen Umbruch im Mannschaftsgefüge anstrebten. Trotzdem kam der Abschied ein wenig überraschend, da Trainer Thomas Schaaf stets die Bedeutung von Frings für Werder herausgestrichen hatte. Doch die Bremer, die erst am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt gesichert hatten und das internationale Geschäft deutlich verpassten, mussten sparen. Frings war einer der Topverdiener. Ob der Mann mit der Mähne auch auf Geld verzichtet hätte, bleibt ungewiss. "Mir ging es nicht ums Geld. Ich hatte kein Angebot, was ich hätte ablehnen oder annehmen können, weil es keines gab", sagte der Mittelfeldspieler, der vom 1. Januar 1997 bis zum 30. Juni 2002 sowie vom 1. Juli 2005 bei Werder unter Vertrag stand.

Wechsel nach Kanada statt Trainerausbildung

"Wir glauben schon, dass er enttäuscht ist. Das kann ich auch nachvollziehen", sagte Allofs. Der Verein bot Frings an, eine Trainerausbildung zu machen - auch dann, wenn er sich entscheiden würde, seine aktive Karriere zunächst noch bei einem anderen Verein fortzusetzen. Tatsächlich wechselte Frings im Juli 2011 in die Major League Soccer (MLS) zum FC Toronto. Während es in der Bundesliga sportlich nicht nach Wunsch lief, feierte er am 24. Mai 2012 mit dem kanadischen Club die Landesmeisterschaft.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 17.05.2011 | 14:30 Uhr

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