Kiels Fin Bartels liegt enttäuscht auf dem Boden. © dpa-Bildfunk Foto: Frank Molter/dpa

1:3 gegen Fürth - Kieler "Störche" klar unterlegen

Stand: 24.10.2020 15:56 Uhr

Fußball-Zweitligist Holstein Kiel hat sich am fünften Spieltag der Saison erstmals geschlagen geben müssen. Die KSV hat dadurch den Kontakt zum Spitzenreiter HSV verloren.

von Christian Görtzen

Ole Werner hatte es doch kommen sehen und eindringlich gewarnt vor dem "Kleeblatt". "Das ist wohl die kniffligste Aufgabe in der noch jungen Saison", hatte der Holstein-Trainer vor dem Heimspiel gegen Greuther Fürth gesagt. Seine Mannschaft machte am Sonnabend nicht den Eindruck, als hätte sie den Worten die nötige Bedeutung beigemessen. Holstein Kiel durfte sich letztlich glücklich schätzen, dass die Partie vor 2.239 Zuschauern nicht noch höher als mit 1:3 (0:2) verloren ging.

"Wir haben es nicht geschafft, mit einer solchen Intensität zu spielen, wie wir sie in den ersten Spielen an den Tag gelegt haben. Insofern haben wir entsprechende Probleme gehabt und auch verdient verloren", sagte Werner dem NDR.

So sah es auch Mittelfeldspieler Alexander Mühling: "Wir haben vieles vermissen lassen, waren von Anfang an nicht richtig auf dem Platz. Letztlich müssen wir uns glücklich schätzen, dass wir nicht höher verloren haben. Es war insgesamt keine gute Leistung von uns."

Bartels zurück in Holstein-Startelf

Bei den Kielern hatte Fin Bartels nach auskuriertem Muskelfaserriss wieder in der Startelf gestanden und damit Joshua Mees auf die Ersatzbank verdrängt. Es war eine von zwei personellen Veränderungen im Vergleich zum Spiel bei den Würzburger Kickers (2:0). Zudem rückte Niklas Hauptmann in die Anfangsformation, Fabian Reese musste zunächst zuschauen. Nach nur drei Minuten geriet der Nimbus der Kieler, dass sie in dieser Saison noch keinen Treffer eines gegnerischen Spielers kassiert hatten - das einzige Gegentor bis dahin war ein Eigentor -, erstmals in Gefahr. Julian Greens Schuss aus 18 Metern touchierte die Latte.

Fürth deckt Schwächen der Kieler Defensive auf

Kiels Hauke Wahl (r.) kann den Treffer von Fürths Paul Seguin nicht verhindern. © imago images / Zink
Kiels Kapitän Hauke Wahl (r.) kann das Führungstor des Fürthers Paul Seguin nicht verhindern.

Kurz darauf war es dann so weit: Nach einer Flanke in die Spitze zog Fürths Paul Seguin zunächst Johannes van den Bergh davon, ließ sich auch durch Hauke Wahl nicht stören und traf von der rechten Strafraumseite mit einem flachen Diagonalschuss zum 1:0 für die Franken (7.). Holstein-Keeper Ioannis Gelios gab dabei keine allzu glückliche Figur ab.

Die Kieler Reaktion: sehr dürftig. Nur Janni Serra (20.) und Bartels (43.) kamen im ersten Durchgang zu Chancen. Wie es gemacht wird, zeigten die Gäste. Erneut ein Angriff über die linke Abwehrseite der KSV, Marco Meyerhöfer legte von der Grundlinie klug auf Branimir Hrgota zurück, und der Angreifer erhöhte aus fünf Metern auf 2:0 (28.). Mit dem Resultat ging es auch in die Pause.

Mühling-Tor bringt nur kurz Hoffnung

Holstein war nach dem Wiederanpfiff um den Anschlusstreffer bemüht, nahm aber früh den nächsten Gegentreffer hin. Nach einem Freistoß von der rechten Außenbahn köpfte Havard Nielsen aus abseitsverdächtiger Position zum 3:0 ein (61.) - nach Videobeweis zählte der Treffer. Alles sah danach aus, als sollte dies der vorzeitige Knock-out für die "Störche" gewesen sein. Doch die hielten sich durch einen Treffer von Alexander Mühling, der den Ball zum 1:3 (65.) unter die Latte drosch, ihre geringe Chance auf einen Punktgewinn offen.

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Fußball-Tabelle © Panthermedia,  Screenshot/NDR Foto: Tobias Eble

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Rote Karte: Kurzeinsatz für Kieler Reese

Und die wurde bald noch kleiner. Nur zwölf Minuten nach seiner Einwechslung sah Reese die Rote Karte (72.). Der Angreifer war im Mittelkreis mit hoch gestrecktem Bein zum Ball gegangen - dadurch dass der Fürther Mergim Mavraj von der Seite hinzueilte und mit dem Kopf an das Spielgerät gelangte, "zog" er praktisch den Feldverweis des Kielers. Die Entscheidung von Schiedsrichter Timo Gerach (Landau) war hart.

Am Ende hätte es für Holstein noch richtig bitter werden können. Fürth hatte noch einige sehr gute Chancen. Unter anderem brachte Hrgota das Kunststück fertig, aus fünf Metern Entfernung zum leeren Tor den Ball an die Latte zu knallen (86.).

5.Spieltag, 24.10.2020 13:00 Uhr

Holstein Kiel

1

Greuther Fürth

3

Tore:

  • 0:1 Seguin (7.)
  • 0:2 Hrgota (28.)
  • 0:3 H. Nielsen (58.)
  • 1:3 Mühling (65.)

Holstein Kiel: Gelios - Dehm (78. Girth), Wahl, Komenda (67. Thesker), van den Bergh - Meffert, Mühling, Hauptmann (78. Neumann) - Bartels (59. Mees), Serra (59. Reese), J. Lee
Greuther Fürth: Burchert - Meyerhöfer, Jaeckel, Mavraj, Raum - Sarpei, Seguin (78. Stach), Ernst (46. Tillman), Green - Hrgota (90. Abiama), H. Nielsen (78. Leweling)
Zuschauer: 2239

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

Die NDR 2 Bundesligashow | 24.10.2020 | 13:00 Uhr

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