Spielszene KSC gegen Osnabrück mit Santos © picture alliance / GES/Markus Gilliar | Markus Gilliar

1:0 in Karlsruhe - VfL Osnabrück gelingt Befreiungsschlag

Stand: 03.04.2021 17:32 Uhr

Der VfL Osnabrück hat den Negativlauf der vergangenen Wochen gestoppt und sich im Abstiegskampf der Zweiten Liga etwas Luft verschafft. Beim Karlsruher SC gewannen die Niedersachsen mit 1:0 (0:0).

von Martin Schneider

Nach zuvor elf sieglosen Spielen in Folge gelang den Osnabrückern am Sonnabend der ersehnte Dreier. Der Erfolg der Fußballer von der Bremer Brücke beim KSC war insgesamt verdient und basierte auf schnellem und flüssigem Kombinationsspiel sowie einer stabilisierten Defensive. In der Tabelle rückten die Niedersachsen vorerst auf Nichtabstiegsplatz 15 vor. Eintracht Braunschweig, am Ostermontag Gast beim FC St. Pauli, kann dann jedoch wieder am VfL vorbeiziehen.

"Ich kann der Mannschaft nur ein sehr großes Kompliment machen", sagte VfL-Trainer Markus Feldhoff dem NDR. "Wir haben jetzt ein bisschen Rückenwind für die wichtigen Aufgaben, die nun kommen. Dass das nächste Spiel gegen Braunschweig aufgrund der Tabellensituation eine besondere Bedeutung hat, ist jedem klar."

Markus Feldhoff, ehemaliger Stürmer und neue Trainer des VfL Osnabrück, beobachtet als Zuschauer das Training vom VfL Osnabrück. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch
AUDIO: VfL-Coach Feldhoff: "Stolz auf die Mannschaft" (3 Min)

Osnabrück verpasst perfekten Start

Es hätte im Karlsruher Wildpark alles schon früh in die Richtung der Niedersachsen laufen können. Nach einem Eckball in der zweiten Minute grätschte KSC-Verteidiger Christoph Kobald VfL-Offensivspieler Ulrich Bapoh im Strafraum nieder, Schiedsrichter Florian Lechner zeigte unverzüglich auf den Elfmeterpunkt. Die Chance für Sebastian Kerk, den frühen Führungstreffer zu erzielen. Doch der treffsicherste Osnabrücker wirkte nach all den Rückschlägen der vergangenen Wochen zögerlich, nahm wenig Anlauf und schaute vor der Ausführung fast nur auf den Ball. Das Ergebnis war ein unplatzierter und nicht hart genug geschossener Elfmeter, den Marius Gersbeck im Tor der Gastgeber parieren konnte.

VfL aktiv, Karlsruhe aus der Ferne gefährlich

Die Gäste versuchten, den Rückschlag aus den Kleidern zu schütteln. Kevin Wolze flankte unermüdlich, aber auch unpräzise in die Mitte, Christian Santos rieb sich im Sturmzentrum auf und Kerk wollte seinen Fehlversuch wiedergutmachen, verpasste einen gefährlichen Abschluss aber um eine Fußspitze (17.). Besser war in der 30. Minute die Flanke des Mittelfeldspielers auf Santos, der freistehend mit einem Flugkopfball lieber noch einmal auf Wolze quer legen wollte, statt selbst den Abschluss zu suchen. Eine schlechte Entscheidung des Deutsch-Venezolaners - der Ball ging unerreichbar für seinen Mitspieler ins Toraus.

Die Möglichkeiten zeigen, wie gut der VfL gegen den Tabellenfünften in der ersten Halbzeit im Spiel war. Auch defensiv behielten die Gäste die Ordnung, Chancen boten sich den Badenern durch Fernschüsse von Marvin Wanitzek (21., 41.) und durch Kyoung-Rok Choi, der nach vorherigem Solo-Lauf im Strafraum regelkonform gestoppt werden konnte (31.).

Santos steht goldrichtig

Auch die Anfangsminuten des zweiten Durchgangs gehörten der Elf von Trainer Markus Feldhoff - die diesmal ihre Chance nutzte. Der agile Ludovit Reis nahm in der 49. Minute Tempo auf und spielte zu Kerk, der den freistehenden Santos bediente. Der Stürmer vollendete aus sechs Metern zur 1:0-Führung - ein sehenswerter Spielzug, der an den erfolgreichen VfL-Fußball aus der Hinrunde erinnerte.

Der Treffer veränderte die Körpersprache der Gäste, die sich nicht auf der knappen Führung ausruhten. Bapoh (54.) und erneut Kerk (60.) hätten das 2:0 erzielen können, wenn nicht sogar müssen. Es wäre gegen schwache Gastgeber wohl die Entscheidung gewesen. So blieb die Partie eng und umkämpft - und die Niedersachsen mussten noch die ein oder andere knifflige Situation überstehen. Zweimal parierte VfL-Keeper Philipp Kühn (61., 64.), ein Schuss von KSC-Verteidiger Kevin Wimmer aus kurzer Distanz landete am Außennetz (76.). In den Schlussminuten warf Karlsruhe alles nach vorne, doch der VfL hielt dem Druck stand und brachte das Ergebnis über die Zeit.

Wolze fehlt gegen Braunschweig

Einen Wermutstropfen hatte der Sieg für die Gäste dennoch: Wolze kassierte seine fünfte Gelbe Karte und fehlt den Osnabrückern damit im richtungsweisenden Spiel am nächsten Sonntag gegen Abstiegskonkurrent Eintracht Braunschweig.

27.Spieltag, 03.04.2021 13:00 Uhr

Karlsruher SC

0

VfL Osnabrück

1

Tore:

  • 0:1 Santos (49.)

Karlsruher SC: Gersbeck - Thiede, Bormuth (71. Batmaz), Kobald, Wimmer - J. Gondorf, Wanitzek, Choi (84. Gordon) - Goller (52. Amaechi), P. Hofmann, Lorenz (52. Kother)
VfL Osnabrück: P. Kühn - Gugganig, Beermann, M. Trapp - Ajdini, U. Taffertshofer, Wolze (69. Heider), Bapoh (59. Br. Henning), Reis (69. Blacha), Kerk - Santos (83. Multhaup)
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 04.04.2021 | 23:05 Uhr

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