Blick aus der Nordkurve ins leere Volksparkstadion des HSV © Witters

Corona: 2G-Plus und Geisterspiele im Hamburger Sport

Stand: 05.01.2022 17:16 Uhr

Im Hamburger Breitensport gilt künftig die 2G-Plus-Regel. Damit reagiert der Senat auf die hohen Corona-Zahlen in der Hansestadt. Auch im Profibereich wurde nachjustiert: Zuschauer sind nicht mehr erlaubt.

Vor dem Hintergrund von Rekordwerten bei den Corona-Zahlen hat der Hamburger Senat am Dienstag die weiteren Einschränkungen beschlossen, die ab kommenden Montag in Kraft treten. Das 2G-Plus-Modell wird deutlich ausgeweitet: Demnach müssen von Corona Genesene und gegen das Virus Geimpfte künftig für den Sport in Innenräumen zusätzlich einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorlegen. Menschen, die bereits ihre Auffrischungsimpfung ("Booster") erhalten haben, werden von dieser Regel ausgenommen.

Hamburger Derby als Geisterspiel

Auch eine weitere Begrenzung der Zuschauerzahl beim Profisport hat der Senat beschlossen. So sollen von Montag an bei Sportveranstaltungen in Innenräumen nur noch 200 Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen werden. Im Freien sind im Amateurbereich zwar noch 1.000 Zuschauer erlaubt, bei den Profis hingegen wird es Geisterspiele in leeren Stadien geben.

"Warum werden innerhalb von weniger als zwei Wochen Verordnungen auf den Weg gebracht, die mehr Fragen als Antworten liefern?" Oke Göttlich vom FC St. Pauli

Besonders bitter ist das für das anstehende Zweitliga-Derby zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli am 21. Januar im Volksparkstadion sowie für das Pokalduell der Kiezkicker am 18. Januar gegen Borussia Dortmund. Zumindest beim Hamburger Derby zweifelt St. Paulis Präsident an, ob es sich um "eine überregionale Veranstaltung" handelt, die der Senat nur zuschauerfrei sehen will. Göttlich fragte: "Warum werden innerhalb von weniger als zwei Wochen Verordnungen auf den Weg gebracht werden, die mehr Fragen als Antworten liefern?"

Holstein: "Breitensport nicht in den Lockdown zwingen"

Sportstaatsrat Christoph Holstein wies die Kritik zurück. Dass es zu Unterschieden in der Bewertung von Profi- und Amateursport komme, habe einen wichtigen Grund. «Wir wollen den Hamburger Breitensport nicht in den Lockdown zwingen. Der Breitensport insbesondere für Kinder und Jugendliche ist in seiner Bedeutung vergleichbar mit Schule und Kita", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch.

Differenziertes Vorgehen

"Die Inzidenz in Hamburg von derzeit 499 hätte vor einem Dreivierteljahr dazu geführt, dass die Stadt zugemacht wird", sagte Holstein. Diesmal werde differenzierter vorgegangen, um Schlimmeres zu verhindern. "Wir wissen natürlich: 2G-Plus ist für die Sportvereine eine große Herausforderung. Aber das ist besser als ein Lockdown, den wir befürchtet hatten." Holstein versprach: "Wenn sich die Lage in dieser Zeit rapide verbessern sollte, werden wir mit Lockerungen nicht warten." Bei rapiden Verschlechterungen sei jedoch eine Verschärfung der Maßnahmen möglich.

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Menschenleer ist das Fitnessstudio des Eimsbütteler Turnverbands (ETV). © dpa Foto: Daniel Reinhardt

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 04.01.2022 | 19:30 Uhr

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