Stand: 21.08.2019 16:15 Uhr

Welcher Fisch darf noch auf den Teller?

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Wildlachs aus Alaska zählt laut MSC zu den Fischen, die guten Gewissens gegessen werden können.

Fisch ist ein gesundes und leckeres Lebensmittel. 14,4 Kilogramm davon haben die Deutschen pro Kopf im Schnitt allein 2018 gegessen. Doch die weltweiten Fischbestände sind in den vergangenen Jahren geschrumpft: Rund ein Drittel der Bestände weltweit gelten als überfischt, 60 Prozent stehen teilweise kurz davor. Welchen Fisch können Verbraucher noch mit gutem Gewissen kaufen?

Eine gute Wahl seien beispielsweise Wildlachs aus Alaska sowie Hering aus der Nordsee, erklärt Britta König von der Naturschutzorganisation WWF. Auch Bio-Forelle und Karpfen aus europäischer Zucht seien empfehlenswert.

Auf Fanggebiet und -methode achten

Verbraucher, die Wert auf nachhaltig gefischten Fisch legen, sollten möglichst auf Fanggebiet und -methode achten. Frische Ware muss vom Händler ausgezeichnet sein. Bei abgepackter Ware sollten die entsprechenden Angaben auf der Verpackung stehen. Allerdings sind die Informationen teilweise nicht vollständig, denn vorgeschrieben ist nur die Angabe großer Fanggebiete wie Nordatlantik, nicht aber die genauere Unterregion. In den Fanggebieten sind die verschiedenen Bestände aber in unterschiedlich gutem Zustand.

Matjesbrötchen © Fotolia.com Foto: stockcreations

Welcher Fisch darf auf den Tisch?

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Etwa 15 Kilo Fisch haben die Deutschen im vergangenen Jahr pro Kopf durchschnittlich verspeist. Doch welchen Fisch darf man mit gutem Gewissen essen? Der WWF gibt Tipps.

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Umweltsiegel geben Orientierung

Generell empfiehlt der WWF auf Bio- und Umweltsiegel zurückzugreifen. Sie sollen Orientierung bieten, ob ein Fisch aus nachhaltiger Fischwirtschaft stammt. Bekanntestes Siegel für Wildfisch ist das Siegel des Marine Stewardship Council, kurz MSC. Für Fische und Meeresfrüchte aus Aquakultur gibt es Siegel von Bioland, Naturland und ASC (Aquaculture Stewardship Council), die unter anderem Vorgaben zu Futter, Besatzdichte und Medikamenteneinsatz machen.

MSC-Siegel in der Kritik

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Wiederholt gab es Kritik am MSC-Siegel. Trotzdem empfiehlt der WWF es als erste Orientierungshilfe.

Das bekannte MSC-Siegel ist allerdings umstritten. Kritiker halten die Vergabe-Kriterien für zu lasch. So mahnten kürzlich mehr als 60 Meeres- und Umweltschutzorganisationen strengere Zertifizierungsrichtlinien an. Die Kritik am MSC-Siegel hält auch der WWF teilweise für berechtigt. "Für eine schnelle Orientierung ist das Siegel aber noch geeignet", so Britta König. Man müsse aber aufpassen, dass künftig das Wachstum - also die Menge an zertifiziertem Fisch - nicht zu Lasten der Qualität gehe.

WWF-Fischratgeber als App

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Fisch aus Bio-Zucht wie etwa Forelle ist laut WWF eine gute Wahl.

Der WWF empfiehlt zudem, Fisch als Delikatesse anzusehen und nur gelegentlich zu essen. Als Hilfe für Verbraucher bietet die Umweltstiftung einen kostenlosen Einkaufsratgeber als Smartphone-App an. Der WWF bewertet darin handelsübliche Fischarten und Meeresfrüchte nach ökologischen Kriterien wie Bestandsentwicklung und Fangmethoden. Wichtig ist, die App regelmäßig zu aktualisieren, da sich die Situation der Fischbestände relativ schnell verändern kann.

Fischratgeber auch von Greenpeace

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Laut Greenpeace-Ratgeber ist nur Karpfen uneingeschränkt empfehlenswert.

Auch von Greenpeace ist ein Fischratgeber erhältlich. Diesem Ratgeber zufolge können umweltbewusste Fischesser nur Karpfen uneingeschränkt genießen. Je nach Fangmethode und -gebiet seien aber auch mehrere andere Fische durchaus empfehlenswert, darunter Hering, Seelachs, Scholle oder Thunfisch. Einige beliebte Fischarten wie Makrele, Alaska-Seelachs oder Rotbarsch sollten der Umweltschutzorganisation zufolge allerdings überhaupt nicht auf den Tisch kommen.

Der Bundesverband der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels hatte den Greenpeace-Fischratgeber 2016 als "wirklichkeitsfremd" bezeichnet. Er ignoriere viele positive Entwicklungen, die von der Fischindustrie und zum Teil auch von Greenpeace selbst in der Vergangenheit angestoßen worden seien.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 20.08.2019 | 12:41 Uhr

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