Stand: 03.04.2020 16:55 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Bärlauch ohne Risiko sammeln und zubereiten

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Frischen Bärlauch gibt es nur im Frühjahr. Dann findet man ihn in Wäldern oder auf dem Markt.

Ob als Pesto, Suppe oder als würzige Zutat für Käsecremes und Butter: Bärlauch verfeinert eine Vielzahl von Gerichten. Das Frühlingskraut mit den 20 bis 30 Zentimeter langen Blättern und dem knoblauchartigen Aroma ist jetzt wieder in freier Natur zu finden. Aber auch Wochenmärkte haben das leckere Kraut im Angebot.

Bärlauch sammeln bis Anfang Mai

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Bärlauch immer vor der Blüte und nur in kleinen Mengen pflücken.

Im April hat Bärlauch Saison, die ersten zarten Blätter zeigt er aber bereits im März. Die Pflanze wächst vor allem an schattigen Plätzen in Laubmisch- und Buchenwäldern und bedeckt dort am Boden häufig gleich größere Flächen. Ungefähr ab Mai beginnt der Bärlauch zu blühen und die Erntezeit endet, denn dann verlieren die Blätter stark an Aroma.. Um die Bestände zu schonen, sollte man pro Pflanze möglichst immer nur ein Blatt ernten. In Naturschutzgebieten dürfen Bärlauchblätter nicht gepflückt werden.

Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen

Beim Sammeln ist Vorsicht und vor allem Pflanzenkenntnis geboten: Bärlauch ist leicht mit Maiglöckchen, Herbstzeitlosen und Aronstab zu verwechseln, die sehr giftig sind. Maiglöckchen lösen Übelkeit und Erbrechen aus. Herbstzeitlose und Aronstab enthalten Colchicin - schon der Verzehr eines Blattes kann tödlich sein. Besonders tückisch: Bärlauch wächst oft in unmittelbarer Nähe seiner gefährlichen Doppelgänger.

Beim Pflücken genau hinschauen

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Vorsicht, Verwechslungsgefahr: links Blätter des Bärlauchs, rechts des giftigen Maiglöckchens.

Zur Unterscheidung wird häufig der sogenannte Reibetrick empfohlen: Steigt einem beim Zerreiben der Blätter der charakteristische Knoblauchduft in die Nase, handele es sich um Bärlauch. Doch Experten warnen vor dieser Methode: Hat man mehrere Blätter an der Hand gerieben, haftet der Geruch an den Fingern - und beim nächsten Mal riecht auch der daneben wachsende hochgiftige Aronstab nach Bärlauch.

Wichtige Unterscheidungsmerkmale: Bärlauch ist mattgrün, hat - anders als die Herbstzeitlose - einen dünnen Blattstiel und wächst einzeln aus dem Boden. Maiglöckchen wachsen dagegen paarweise am Stängel, ihre Blätter glänzen an der Unterseite.

Keine Angst vorm Fuchsbandwurm

Die Gefahr, sich durch selbst gesammelten Bärlauch mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren und dadurch Jahre später an einer sogenannten Echinokokkose, welche die Leber schädigt, zu erkranken, scheint dagegen aktuellen Unterschungen zufolge äußerst gering.

Bärlauch richtig zubereiten

In der Küche werden meist nur die Blätter verwendet, aber auch die Blüten sind essbar, sie eignen sich sehr gut zum Garnieren, etwa für Salat. Vor dem Zubereiten die harten Stiele entfernen und die Blätter gründlich waschen. Verwendet man Bärlauch in warmen Gerichten, sollte man ihn nicht zu stark erhitzen und möglichst erst am Schluss - am besten püriert - zum fertigen Gericht hinzufügen, damit er sein Aroma behält.

Bärlauch kaufen und lagern

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Bärlauch-Blüten eignen sich noch gut zum Garnieren. Die Blätter der blühenden Pflanze verlieren aber ihr Aroma.

Wer nicht selbst sammeln möchte, wird während der Saison auch auf Wochenmärkten und in Gemüseläden fündig. Beim Kauf darauf achten, dass der Bärlauch noch nicht blüht. Frischen Bärlauch am besten schnell verbrauchen, er hält sich gekühlt nur etwa ein bis zwei Tage. Zum Lagern am besten in feuchtes Küchenpapier wickeln und in das Gemüsefach des Kühlschranks legen.

Das Frühlingskraut lässt sich auch einfrieren, am besten portionsweise in Gefrierbeuteln. Wer Bärlauch übrig hat, kann ihn auch in Olivenöl einlegen oder zu einem Pesto weiterverarbeiten. Gut verschlossen und mit etwas Meersalz gewürzt hält sich Bärlauchöl einige Monate.

Bärlauch im eigenen Garten anbauen

Wer einen eigenen Garten hat, kann das würzige Kraut auch problemlos anbauen. Die Pflanze bevorzugt schattige, feuchte Standorte und möglichst nährstoffreiche Böden. Einmal angepflanzt, breitet sich der Bärlauch meist relativ schnell aus. Mit seinen weißen Blüten ist er unter Bäumen und in schattigen Gärten ein hübscher Hingucker.

Warum Bärlauch so gesund ist

Bärlauch enthält viel Vitamin C, Eisen für die Blutbildung, Kalium und Kalzium für Knochen und Zähne und Magnesium für die Muskeln. Er kurbelt die Verdauung an, verbessert die Durchblutung und den Stoffwechsel. Wegen seiner reinigenden Wirkung wird Bärlauch in Form von Tabletten oder Saft als Heilmittel eingesetzt. So soll er bei Arteriosklerose und hohem Blutdruck helfen. Das Allicin, das der Pflanze ihren knoblauchartigen Geruch, verleiht, wirkt antibakteriell.

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Hallo Niedersachsen | 30.03.2019 | 19:30 Uhr