Ein Korb mit frischem Bärlauch steht im Wald auf einer Fläche, auf der Bärlauch wächst. © imago images Foto: Westend 61

Bärlauch sicher erkennen und sammeln

Stand: 24.03.2021 10:12 Uhr

Köstlichkeit aus dem Wald: Im Frühling wächst Bärlauch an schattigen Plätzchen. Wer das Kraut selbst sammelt, sollte genau hinsehen, um es nicht mit seinen giftigen Doppelgängern zu verwechseln.

Im April hat Bärlauch Saison, die ersten zarten Blätter zeigt er aber bereits im März. Ungefähr ab Mai beginnt er zu blühen und die Erntezeit endet, denn dann verlieren die Blätter stark an Aroma.

Bärlauch im Wald sammeln

Die Pflanze mit den etwa 20 bis 30 Zentimeter langen, grünen Blättern wächst vor allem in Laubmisch- und Buchenwäldern und bedeckt dort am Boden häufig gleich größere Flächen. Um die Bestände zu schonen, sollte man pro Bärlauch-Pflanze möglichst immer nur ein Blatt ernten. In Naturschutzgebieten dürfen Bärlauchblätter generell nicht gepflückt werden.

Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen

Eine Hand pflückt frischen Bärlauch. © dpa / picture alliance Foto: Julian Stratenschule
Bärlauch ist leicht zu verwechseln, deshalb sollte man die Pflanze genau kennen.

Beim Sammeln ist Vorsicht und vor allem Pflanzenkenntnis geboten: Bärlauch ist leicht mit Maiglöckchen, Herbstzeitlosen und Aronstab zu verwechseln, die sehr giftig sind. Maiglöckchen lösen Übelkeit und Erbrechen aus. Herbstzeitlose und Aronstab enthalten Colchicin - schon der Verzehr eines Blattes kann tödlich sein. Besonders tückisch: Bärlauch wächst oft in unmittelbarer Nähe seiner gefährlichen Doppelgänger.

Beim Pflücken genau hinschauen

Zur Unterscheidung wird häufig der sogenannte Reibetrick empfohlen: Steigt einem beim Zerreiben der Blätter der charakteristische Knoblauchduft in die Nase, handele es sich um Bärlauch. Doch Experten warnen vor dieser Methode: Hat man mehrere Blätter an der Hand gerieben, haftet der Geruch an den Fingern - und beim nächsten Mal riecht auch der daneben wachsende hochgiftige Aronstab vermeintlich nach Bärlauch.

Bärlauch erkennen

Zwei Bündel grüner Blätter liegen nebeneinander, links Blätter des Bärlauch, rechts des Maiglöckchens. © fotolia.com Foto: LoSa
Vorsicht, Verwechslungsgefahr: links Blätter des Bärlauchs, rechts des giftigen Maiglöckchens.

Wichtige optische Unterscheidungsmerkmale: Bärlauch ist auf der Unterseite des Blatts mattgrün, hat einen dünnen Blattstiel und wächst einzeln aus dem Boden. Maiglöckchen wachsen dagegen paarweise am Stängel, ihre Blätter glänzen an der Unterseite, die Blätter der Herbstzeitlosen sogar auf Ober- und Unterseite. Aronstab wächst zwar an ähnlichen Standorten und zur selben Zeit wie Bärlauch, unterscheidet sich aber deutlich durch seine eher pfeilförmige Blattform mit unregelmäßig geformten Blattnerven.

Keine Angst vorm Fuchsbandwurm

Die Gefahr, sich durch selbst gesammelten Bärlauch mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren und dadurch Jahre später an einer sogenannten Echinokokkose, welche die Leber schädigt, zu erkranken, ist dagegen äußerst gering. Das haben neuere Untersuchungen ergeben.

Bärlauch richtig lagern

Bärlauch © NDR Foto: Thomas Starkloff aus Sassnitz
Bärlauch-Blüten eignen sich noch gut zum Garnieren. Die Blätter der blühenden Pflanze verlieren aber ihr Aroma.

Wer unsicher ist und das Frühlingskraut nicht selbst sammeln möchte, wird während der Saison auch auf Wochenmärkten und in Gemüseläden fündig. Beim Kauf darauf achten, dass der Bärlauch noch nicht blüht. Das Kraut am besten sofort verarbeiten, denn gekühlt hält Bärlauch nur etwa ein bis zwei Tage. Zum Lagern in feuchtes Küchenpapier wickeln und im Gemüsefach des Kühlschranks legen.

Das Frühlingskraut lässt sich auch einfrieren, am besten portionsweise in Gefrierbeuteln. Wer Bärlauch übrig hat, kann ihn außerdem zu einem Pesto weiterverarbeiten. Dazu zu etwa gleichen Teilen mit Pinienkernen und geriebenem Parmesan sowie einem guten Öl vermischen und pürieren. Alternativ kann man Bärlauch auch in Olivenöl einlegen. Gut verschlossen und mit etwas Meersalz gewürzt hält sich Bärlauchöl einige Monate.

Bärlauch im eigenen Garten anbauen

Wer einen eigenen Garten hat, kann das würzige Kraut auch problemlos anbauen. Die Pflanze bevorzugt schattige, feuchte Standorte und breitet sich dort meist relativ schnell aus.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 30.04.2020 | 19:30 Uhr

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