Stand: 08.07.2019 04:51 Uhr

Die Food-Blogger und das ehemalige Siedlerhaus

von Isabelle Vidos
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Susann Probst und Yannic Schon schätzen die Lebensqualität auf dem Land. Hier können sie Beruf und Alltag miteinander verbinden.

Susann Probst und Yannic Schon sind vor einem Jahr von Berlin in die Nähe von Prebberede im Landkreis Rostock gezogen. Dort haben die Fotografen ein altes Siedlerhaus umgebaut, das gleichzeitig Lebens- und Arbeitsraum ist. Das Haus mitten auf dem Land bietet für sie die optimale Möglichkeit sich kreativ auszuleben, eigenes Gemüse anzubauen, zu ernten und natürlich zu fotografieren.

Zwei Food-Fotografen bereiten Essen in ihrer Küche in einem Siedlerhaus zu

Fotografen hauchen Siedlerhaus neues Leben ein

Nordmagazin -

Zwei Food-Fotografen haben ihre Berliner Altbauwohnung gegen ein Siedlerhaus mit Gemüsegarten bei Laage getauscht. Auf ihrem Blog machen sie ihr Zuhause auch für andere erlebbar.

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Umzug hat Food-Fotografie verändert

"Die Arbeit eines Food-Fotografen ist, dass es immer so aussieht, als wenn man direkt reinbeißen möchte", sagt Yannic. Die alten Strukturen und Texturen des Hauses bieten optimale Settings, um ihre Fotos zu inszenieren. So wird zum Beispiel das frisch gebackene Focaccia in einer gusseisernen Form auf dem Steinfußboden drapiert. Der unebene Untergrund ist der perfekte Hintergrund für ihr Motiv.

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Ihr Haus haben die beiden als "lebendes Studio" eingerichtet. In der Küche im ehemaligen Stall wird das angebaute Gemüse verarbeitet und später fotografiert.

"Unsere Fotos haben sich seit unserem Umzug sehr verändert. In Berlin läuft man tagelang über den Flohmarkt und sucht nach ollem Holz für einen Hintergrund und hier hat ein Nachbar so etwas zufällig im Schuppen oder wir finden es in unserem Haus", schwärmt Susann. Aus diesem Grund hat das Paar das Haus so ursprünglich wie möglich belassen: Die Küche befindet sich im ehemaligen Stall des Siedlerhauses, den unebenen Boden haben die beiden ganz bewusst nicht begradigen lassen. Die Schiebetür zum Badezimmer ist einem Scheuneneingang ähnlich und die Wände im Wohnbereich oft unverputzt.

Gemüse zur Selbstversorgung und als Fotomotiv

Auch einen Nutzgarten haben die Fotografen um ihr Siedlerhaus angelegt. Über 150 verschiedene Gemüsesorten haben sie angebaut. Besonders wichtig sind ihnen dabei die Sorten, die es im Supermarkt nicht zu kaufen gibt. Zum Beispiel haben sie violette Bohnen und Kartoffeln angesetzt. "Unser Gemüse dient uns natürlich zur Selbstversorgung, aber es ist auch immer wieder ein Fotomotiv von uns. Eine Karotte, die man frisch aus der Erde zieht, oder die Strukturen einen Wirsings sind für uns wahnsinnig ästhetisch", erklärt Susann. Ihre Fotos haben sie bereits in einem eigenen Kochbuch veröffentlicht. Zusätzlich posten sie regelmäßig Bilder auf ihrem Blog oder auf Instagram, wo sie sich "Krautkopf" nennen.

Das Siedlerhaus - ein Ort für Visionen

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In Workshops möchte das Paar in Zukunft Interessierten das Landleben und die Food-Fotografie erlebbar machen.

Nach einem Jahr in ihrem neuen Mecklenburger Zuhause, haben Yannic und Susann schon weitere Visionen: Ihr Haus wollen sie weiter ausbauen und für Besucher öffnen. "Wir wollen hier Workshops zu Food-Fotografie und Food-Styling anbieten", erklärt Yannic. "Außerdem merken wir, wie positiv Freunde auf unser Landleben reagieren und wie gut so ein Detox-Landleben draußen ankommt. Auch mit Freunden und Externen können wir uns deshalb vorstellen, unser Haus immer mal wieder zu teilen."

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 09.07.2019 | 19:30 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ratgeber/kochen/Food-Fotografie-im-Siedlerhaus,wohnen298.html
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