Zwischenzeit 40: Kammermusik-Matinee "Inspiration Beethoven"

Es gibt keinen anderen Komponisten, dessen Musik so viel Wirkung und Nachwirkungen hat wie die Beethovens. Am Ende des Beethoven-Jubeljahres schwebt dessen Geist noch einmal durch den Kleinen Sendesaal. Dabei steht nicht die Musik des Jubilars auf dem Programm, sondern eher selten zu hörende große Kammermusik zweier unmittelbarer Nachfolger von ihm: Nonette von George Onslow und Franz Lachner.

Zwischenzeit 40 | So, 06.12.2020 | 11:30 Uhr
Hannover, Großer Sendesaal
Kammermusik-Matinee

Airi Suzuki Violine
Stefan Neuhäuser Viola
Sebastian Maas Violoncello und Moderation
Eunseon Jang Kontrabass
Christoph Renz Flöte
Kerstin Ingwersen Oboe
Til Renner Klarinette
Maike Schieferecke Fagott
Johannes Otter Horn
NDR Radiophilharmonie

"Inspiration Beethoven"
GEORGE ONSLOW 
Nonett a-Moll op. 77

FRANZ LACHNER
Nonett F-Dur op. 121

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Einst Berühmtheiten

Der Franzose Onslow (1784 – 1853) und der Deutsche Lachner (1811 – 1893) waren zu Lebzeiten berühmt. Heutzutage rücken sie erst wieder allmählich ins Rampenlicht.

Französischer Beethoven

Wer ist George Onslow? Das hätte im 19. Jahrhundert jeder Musikliebhaber flugs beantworten können und Onslow vielleicht sogar mit dem Titel "französischer Beethoven" geadelt, war es doch dessen Landsmann Berlioz, der über seinen Zeitgenossen meinte: "Seit dem Tod Beethovens ist er derjenige, der das Zepter der Instrumentalmusik in der Hand hält." Onslows 1848 komponiertes Nonett ist ein Spätwerk und zeigt ihn als Meister der Form und Themenentwicklung, an der alle neun Instrumente gleichberechtigt beteiligt sind.

Beethoven in Bayern

Lachners Nonett ist ebenfalls ein Spätwerk und entstand 1875 in München. Viele Jahre war Lachner dort Generalmusikdirektor und brachte dem Publikum in exemplarischen Interpretationen die Musik Beethovens nahe. Dem großen Meister war er als junger Mann in Wien persönlich begegnet – ein Zusammentreffen in beethoventypisch heftiger Manier: "Ich war von … Beethovens energischem Auftreten und der unmittelbaren Nähe seiner imposanten Persönlichkeit in solchem Grade aufgeregt und erschüttert, dass ich geraume Zeit brauchte, bis ich wieder in ruhige Verfassung kam." Doch im Nonett op. 121 hat noch eine andere Persönlichkeit hörbar ihre Spuren hinterlassen: Franz Schubert, mit dem Lachner bis zu dessen frühem Tod eine tiefe Freundschaft verband.

Weitere Informationen
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