Stand: 02.07.2020 14:00 Uhr

Willkommen zurück! Musik aus den USA

An diesem Abend ist vieles außergewöhnlich: Ein Konzert unter Corona-Bedingungen, auf der neuen Bühne des Großen Sendesaals - und  Andrew Manze als Copland-Dirigenten erlebt man auch nicht alle Tage. Die seit langem in Hannover beheimatete international renommierte Klarinettistin Sharon Kam interpretiert mit Coplands Klarinettenkonzert das Werk, für dessen Einspielung sie vor einigen Jahren mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde.

Andrew Manze Dirigent
Sharon Kam Klarinette
NDR Radiophilharmonie
Solisten in "Quiet City":
Mirjam Budday Englischhorn, Stefan Schultz Trompete
NDR Philharmonic Brass:
Stefan Schultz Trompete
Alexander Mayr Trompete
Ivo Dudler Horn
Emil Haderer Posaune
Peter Stadlhofer Tuba
mit Oliver Arlt Schlagzeug (nur West Side Story)


AARON COPLAND
Quiet City
ANDRÉ PRÉVIN
Four Outings for Brass
AARON COPLAND
Concerto for Clarinet and String Orchestra, with Harp and Piano

Auf dem Programm stehen außerdem weitere Werke des US-Amerikaners Aaron Copland, die die NDR Radiophilharmonie in verkleinerter Besetzung bzw. speziellen Arrangements spielt. Die Blechbläser der NDR Radiophilharmonie ergänzen das Programm mit Kompositionen für Blechbläserquintett aus den USA.

Copland in vielen Facetten

"Quiet City" - die "ruhige Stadt": In den vergangenen Monaten wurden ausgestorbene Innenstädte zum Symbol des kulturellen Stillstands, zur Metapher für soziale Isolation und Einsamkeit. Im 1939 entstandenen  Theaterstück "Quiet City" von Irwin Shawn artikuliert die Hauptfigur, ein jüdischer Junge, sein Gefühl der Einsamkeit in seinem Trompetenspiel. Copland schrieb die Bühnenmusik zu dem Stück, das allerdings gnadenlos floppte. Doch nutzte er sein Material, um aus dieser musikdramatischen Klangwelt ein Kammermusikwerk in der aparten Besetzung Trompete, Englischhorn und Streicher zu konzipieren. In das lyrisch-melancholische Zusammenspiel der beiden Solisten mischen sich Töne in mahnender Gestik eine Musik von geradezu psychologischer Tiefe.

Ein Konzert für Benny Goodman

1947 bestellte die Klarinetten-Legende Benny Goodman bei Copland ein Konzert. Goodman bekam allerdings arg kalte Füße, als ihm der Komponist das äußerst anspruchsvolle Stück lieferte. Der gefühlvolle erste Satz, der "jeden zum Weinen bringt" (Copland), und der jazzige zweite Satz werden durch eine virtuose Kadenz verbunden. Goodman gelang 1950 eine respektable Uraufführung des Werkes.

US-Amerikanische Musik für Blechbläserquintett

André Prévin war als Dirigent und Komponist genialer Grenzgänger zwischen der sogenannten E- und U-Musik. Prévins "Four Outings for Brass", gedacht als "Outdoor Entertainment", kombinieren und konfrontieren Blues und Jazzstile mit einem guten Schuss Kurt Weill, der wie Prévin einst von Berlin aus in die USA emigrierte. Es spielen die Blechbläser-Solisten der NDR Radiophilharmonie.

Das Konzert im Radio und Online

NDR Kultur hat dieses Konzert live aus dem Großen Sendesaal in Hannover übertragen. Eine Video-Aufzeichnung dieses Konzertabends folgt "dienstags um acht".

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