Strawinsky-Festival: Oedipus Rex & Le Sacre

Rolf Liebermann (l.) und Komponist Igor Strawinsky bei einer Orchesterprobe im NDR (1958).

"Sacre" und "Oedipus Rex": Mit dieser Werkpaarung steuern Chefdirigent Alan Gilbert und das NDR Elbphilharmonie Orchester das Strawinsky-Festival auf einen seiner Höhepunkte zu. 

Sa, 10.04.20201 | 20 Uhr
So, 11.04.20201 | 20 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Einführungsveranstaltungen jeweils um 19 Uhr im Großen Saal

Alan Gilbert Dirigent
Brenden Gunnell Tenor (Oedipus)
Sarah Connolly Mezzosopran (Iokaste)
Tomasz Konieczny Bassbariton (Kreon, Bote)
Sir John Tomlinson Bass (Teiresias)
Attilio Glaser Tenor (Hirte)
Matthias Brandt Sprecher
Herren des MDR-Rundfunkchores

IGOR STRAWINSKY
· Oedipus Rex - Opern-Oratorium in zwei Akten
· Le Sacre du Printemps

Karten können ab dem 26. Mai 2020 um 10 Uhr bestellt werden, die Bezahlung erfolgt sechs Wochen vor dem Konzert (weitere Informationen hier).

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Strawinsky und Musiker des NDR in Italien

Rolf Liebermann hatte mit Strawinsky nach langen Verhandlungen alles eingefädelt: Im September 1958 machten sich Sinfonieorchester und Chor des NDR gemeinsam mit einer Armada von Solisten auf den Weg nach Venedig, um dort Programme unter dem Dirigat von Strawinsky selbst zu geben.

Das Festival

Strawinsky-Festival in Hamburg

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Zuerst stand im wunderbaren Rokoko-Saal des Teatro Fenice eine Kombination auf dem Programm, die Strawinsky so noch nie gewählt hatte: "Sacre" und "Oedipus Rex". Der Abend hatte für Strawinsky besondere Bedeutung, führte er diese Werke doch erstmals in Venedig auf - der Stadt, die zwar über kein geeignetes Sinfonieorchester verfügte, aber für ihn beinah wie eine zweite Heimat geworden war.

Monumentale Rituale

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Reverenz vor dem Meister: Alan Gilbert übernimmt in seiner Programmierung dieses Konzerts die Werkzusammenstellung des Komponisten selbst.

Die besondere Programmierung des Venedig-Gastspiels mit dem NDR, die Alan Gilbert für zwei Konzerte nun zu Ehren Strawinskys wieder aufnimmt, macht auf verschiedenen Ebenen Sinn. In seiner jeweiligen Monumentalität ist der "Sacre" das herausragende Werk der 10er-, "Oedipus Rex" das herausragende Stück der 20er-Jahre bei Strawinsky. Zugleich verbindet die beiden Hauptwerke der Moderne der Charakter des unerbittlichen Rituals - ihre Protagonisten geraten beide in die ausweglose Situation eines Selbstopfers, das von der Musik auf bis dahin unerhört drastische Weise geschildert wird. Bis heute zählen beide Stücke zu den am häufigsten dargebotenen Kompositionen Strawinskys; es sind Werke, die ein Prüfstein für die Virtuosität jedes Orchesters geblieben sind.

Das NDR Sinfonieorchester und "Sacre"

Das NDR Sinfonieorchester war das einzige deutsche Orchester, das bei "Le Sacre du Printemps" jemals unter der Leitung des Komponisten selbst auftrat. Strawinsky pflegte dem kraftraubenden Stück im Alter gern aus dem Weg zu gehen; 1958 stand er immerhin schon im 76. Lebensjahr. "Sacre" war ein längst weltbekanntes Stück, für Strawinsky war die NDR Aufführung dennoch eine langerwartete Premiere. Denn der stets detailversessene Komponist konnte hier erstmals seine minutiös revidierte, neu erstellte Partiturfassung des "Sacre" dirigieren - zusätzlich zu Liebermanns legendärem Verhandlungsgeschick trug auch dies dazu bei, die Einladung des NDR unwiderstehlich zu machen ...