Alan Gilbert dirigiert das Verdi-Requiem

Alan Gilbert steht seit Beginn der Saison 2019/2020 als Chefdirigent an der Spitze des NDR Elbphilharmonie Orchesters. Im Herbst lädt er zu Verdis Requiem in die Elbphilharmonie Hamburg.

Verdis Requiem ist mehr als ein bloßes Meisterstück, es kommt daher wie die musikgewordene Apotheose des großen Opernkomponisten. In zwei Sonderkonzerten bringt der neue Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters dieses Meisterwerk in der Elbphilharmonie Hamburg zur Aufführung.

Do, 31.10.2019 | 20 Uhr
Fr, 01.11.2019 | 20 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Einführungsveranstaltungen mit Julius Heile jeweils um 19 Uhr im Großen Saal

Alan Gilbert Dirigent
Angela Meade Sopran
Daniela Barcellona Mezzosopran
Gregory Kunde Tenor
Riccardo Zanellato Bass
Rundfunkchor Berlin
Chefdirigent: Gijs Leenaars
Choreinstudierer: Benjamin Goodson
NDR Chor
NDR Elbphilharmonie Orchester

GIUSEPPE VERDI
Messa da Requiem

Das Konzert am 1. November 2019 ist live zu hören auf NDR Kultur.

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Eine Versuchung in Form eines Requiems

Ein ganzes Requiem? Das kam für den viel beschäftigten Opernkomponisten Giuseppe Verdi nicht in Frage. "Eine Versuchung, die wie so viele andere vorübergehen wird", mehr nicht. Das waren im Jahr 1871 seine Worte, nachdem er seinen bescheidenen Teil zu einer gemeinschaftlich komponierten Totenmesse für den verstorbenen Kollegen Rossini abgeliefert hatte. Bekanntlich aber ist der einzige Weg, eine Versuchung loszuwerden, ihr nachzugehen. Und so machte sich Verdi schon zwei Jahre später - nun unter dem Eindruck des Todes des verehrten Dichters Alessandro Manzoni - an die Ausarbeitung eines abendfüllenden Requiems.

"Seine beste Oper"

Als seine "beste Oper" wird Verdis geistliches Opus magnum üblicherweise bezeichnet. Und das mit Recht, denkt man etwa an die Mark und Bein erschütternde Wucht der Totensequenz "Dies irae" oder die herzzerreißende Ausdruckskraft des "Lacrymosa" und des "Libera me". Intensiv, plastisch und voll emotionaler Glut schildert der Komponist die dramatischen Geschehnisse der Apokalypse, das Vertrauen in Gott und die Bitte um ewigen Frieden für alle Toten.

Hier ertönen die Trompeten des Jüngsten Gerichts von allen Seiten des Saals, dort fleht der Chor flüsternd um Erlösung, dann wieder singen und deklamieren die Solisten ihren Text so leidenschaftlich, als wären sie leibhaftig davon betroffen. Religiöse Zurückhaltung sieht anders aus. Doch wo wären die Inhalte des Glaubens greifbarer als hier?

Alan Gilbert, das NDR Elbphilharmonie Orchester, die vereinten Rundfunkchöre aus Berlin und Hamburg sowie eine erlesene Sängerriege werden die Elbphilharmonie erbeben lassen.