VIDEO: Gilbert dirigiert Copland: "Lincoln Portrait" (16 Min)

Copland und Barber im Live-Mitschnitt aus der Elphi

Stand: 29.07.2022 15:30 Uhr

Auf dem Konzertprogramm stand neben dem "Essay for Orchestra" von Samuel Barber auch Aaron Coplands "Lincoln Portrait" mit Morris Robinson. Geiger Leonidas Kavakos widmete sich Korngolds Violinkonzert.

Sa, 12.02.2022 | 20 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Einführungsveranstaltung mit Harald Hodeige um 19 Uhr im Großen Saal

Leonidas Kavakos Violine
Morris Robinson Sprecher
Alan Gilbert Dirigent
NDR Elbphilharmonie Orchester

AARON COPLAND
Lincoln Portrait
für Sprechstimme und Orchester
SAMUEL BARBER
Essay for Orchestra op. 12
ERICH WOLFGANG KORNGOLD
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35
AARON COPLAND
Sinfonie Nr. 3

Hinweis: Dieses Konzert wird nach der 2G+-Regelung durchgeführt.

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Montage: Aaron Copland mit In-Ear-Kopfhörern © picture alliance / akg-images | akg-images
AUDIO: Copland: Lincoln Portrait | Klassik to Go (6 Min)

Impulse aus der Ferne für Amerika

Im Zentrum des Programms steht Aaron Copland, Schöpfer jenes unverwechselbaren "amerikanischen" Orchester-Sounds. Er holte sogar einen der größten Staatsmänner seiner Nation auf die Konzertbühne - zumindest in Gedanken: In seinem "Lincoln Portrait" ließ Copland im Jahr 1942 Reden und Briefe des legendären US-Präsidenten rezitieren. Das barg viel politischen Zündstoff - genug, um das Werk während der McCarthy-Ära wegen angeblich allzu "linker" Züge zu verbieten, und genug, um bei einer Aufführung in Venezuela gar eine Revolution gegen das diktatorische Regime anzuzetteln … Im NDR Konzert übernimmt der US-Bassist Morris Robinson den Sprecherpart.

Copland 3

Zum glanzvollen Abschluss des Konzerts erklingt Coplands Dritte Sinfonie, mit der der Komponist - um Worte Leonard Bernsteins zu benutzen - ein "amerikanisches Monument, ähnlich dem Washington Monument oder dem Lincoln Memorial" schuf. Das brillante Werk aus dem Jahr 1946 wird von einem pompösen Finale gekrönt, in dem Copland seine populäre "Fanfare for the Common Man" zitierte.

Coplands Meisterwerk wird flankiert mit Musik des Wunderkinds Samuel Barber: Es war kein Geringerer als der italienische Maestro Arturo Toscanini, der sich seinerzeit für Barber einsetzte. Unter Toscaninis Leitung erklang so im Jahr 1938 auch erstmals dessen "Essay for Orchestra" - zusammen mit dem ungleich berühmter gewordenen "Adagio for Strings", das so viele lohnende Werke Samuel Barbers in den Schatten gestellt hat.

Kavakos spielt Korngold

Daran, dass die Musikkultur Amerikas immer auch durch die fruchtbaren Impulse geprägt wurde, die Einwanderer ins Land brachten, erinnert im Programm das Violinkonzert des Exil-Österreichers Erich Wolfgang Korngold: Der geniale Komponist, der seine Wurzeln in der üppigen Spätromantik der Richard-Strauss-Ära hatte, verwendete darin Themen seiner Filmmusiken wieder, mit denen er den "Hollywood-Sound" bis heute prägte. Solist in diesem viel zu seltenen gespielten Konzert ist Stargeiger Leonidas Kavakos.

Orchester und Vokalensemble