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Sonntag, 26. Mai 2019, 20:00 bis 22:00 Uhr

Welches das beste Buch sei, das er jemals gelesen habe, wurde Clemens J. Setz einmal von der "Süddeutschen Zeitung" gefragt. Das wisse er nicht mehr, antwortete der österreichische Schriftsteller: "Aber ich kann mich noch gut an den besten Bart erinnern, den ich je gesehen habe. Der gehörte einem Mann auf dem Frankfurter Flughafen, und jedes Mal, wenn er sich umwandte, dachte ich mir, es trifft mich die Seele des gesamten Universums, so ebenmäßig und perfekt war der!"

Ein genauer Beobachter

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Schriftsteller Clemens J. Setz

Man erkennt sofort: Clemens J. Setz (dem übrigens selbst in letzter Zeit ein überaus stolzer Bart gewachsen ist) ist nicht nur ein genauer Beobachter seiner Umgebung, sondern auch gesegnet mit der geradezu literarischen Fähigkeit, sich von seinen Beobachtungen rühren und hinreißen zu lassen. Sein neues Buch "Der Trost runder Dinge" ist voll von Beispielen: Die Geschichten erzählen von Menschen, in deren Leben das ganz Unerwartete hineinbricht und die sich dem total Rätselhaften unserer Existenz stellen müssen - geschrieben in einer funkelnden, unverbrauchten Sprache, die die Worte tanzen lässt.

Einfallsreich & produktiv

Ohnehin hat sich Setz - 1982 in Graz geboren - in den vergangenen Jahren den Ruf erschrieben, einer der einfallsreichsten und produktivsten deutschsprachigen Schriftsteller seiner Generation zu sein ("Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes", "Indigo", "Die Stunde zwischen Frau und Gitarre"). Und einer der neugierigsten: "Ich habe mir den Bart wachsen lassen, weil ich einfach mal sehen wollte, was passiert, wenn das Gesicht explodiert."

Moderation: Joachim Dicks

Aufzeichnung einer öffentlichen Veranstaltung vom 6. März 2019 im Literarischen Zentrum in Göttingen.

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