Sonntagsstudio

Die Übersetzerinnen. Glanz und Elend einer literarischen Disziplin

Sonntag, 10. Mai 2020, 20:00 bis 22:00 Uhr

Rose Labourie steht auf einer Seeterrasse. © NDR Foto: Alexander Solloch

Die Übersetzerinnen. Glanz und Elend einer literarischen Disziplin

Sendung: Sonntagsstudio | 10.05.2020 | 20:00 Uhr | von Solloch, Alexander

Ohne sie geht nichts in der Literatur: Pieke Biermann und Rose Labourie erzählen von Lust und Leid beim Übersetzen. In weiteren Rollen: Georges Brassens und David Beckham.

Ohne sie geht fast nichts in der Literatur; aber ihr Name erscheint meist nur klein gedruckt im Buch. Und geredet wird über sie und mit ihnen ohnehin viel zu wenig: Die literarische Übersetzung ist ein stilles Handwerk, ach was: eine stille Kunst, dabei liegen in ihr so viele Geschichten wie in einer Schatztruhe.

Wer z.B. Pieke Biermann auch nur ein paar Minuten zuhört, den kommt gleich die Lust an, selbst diesen Beruf zu ergreifen, ein schönerer scheint kaum denkbar. Im März, kurz vor ihrem 70. Geburtstag, wurde die gebürtige Niedersächsin und Wahl-Berlinerin mit dem Preis der Leipziger Buchmesse geehrt, weil sie "Oreo", den einzigen Roman der US-amerikanischen Autorin Fran Ross (1935-1985), in „schrill-schöner Vielgestalt“ ins Deutsche übertragen hatte. Ihre Liebe zu diesem verrückten Roman wird ihr dabei geholfen haben:  "Das ist so irre, so komisch, macht so unglaublichen Spaß", sagt Pieke Biermann:  "Man entdeckt auf jeder Seite wieder einen verrückten Unterboden! Das war sauschwer zu übersetzen, aber genau das hat mich gereizt." Alexander Solloch spricht mit ihr über ihr eigenes verrücktes Leben zwischen Verlagshaus und Prostitution und über die Freude am Übersetzen des eigentlich Unübersetzbaren.

Zwischen Zeh und Beckham

Rose Labourie steht auf einer Seeterrasse. © NDR Foto: Alexander Solloch
Zu Gast am Wannsee: Rose Labourie.

Dann wechseln wir die Perspektive: Wie ist es eigentlich, deutsche Literatur in eine andere Sprache zu übersetzen und sie in einem Land zu vermitteln, das so übermäßig stark an ihr gar nicht interessiert zu sein scheint? Rose Labourie erzählt uns ausführlich, warum es die deutsche Literatur in Frankreich nicht leicht hat und sie so hingebungsvoll für sie arbeitet. Die junge Pariserin bringt u.a. Juli Zeh und Ferdinand von Schirach ins Französische; aber da sie auch aus dem Englischen übersetzt, kam ihr sogar auch mal ein gar nicht so unprominenter Fußballer von der Insel in die Finger. Ein spannender Beruf, parbleu-!

Eine Sendung von Alexander Solloch.

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