Stand: 04.05.2019 16:17 Uhr

Mit Netzfallen gegen den Borkenkäfer

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Im Netz hängt eine Ampulle mit einem Lockstoff.

Mit Netzfallen gehen Förster im Kreis Herzogtum Lauenburg nun gegen den Borkenkäfer vor. Im Netz hängt eine Ampulle mit einem Lockstoff. "Dadurch wird der Borkenkäfer angelockt, fliegt auf dieses Netz und kommt mit diesem Pflanzenschutzmittel in Kontakt, das sozusagen in diesem Netz eingewebt ist und stirbt dadurch dann ab", erklärt Hannes Koopmann, Revierförster in Grünhof bei Geesthacht. Er betont aber auch, dass Netzfallen alleine das Problem der Borkenkäfer nicht beheben können. "Das geht nur, wenn alle anderen Faktoren auch stimmen. Das heißt, wenn wir einen kühleren Sommer bekommen und wenn wir mehr Regen bekommen", erklärt der Förster.

Ein Borkenkäfer auf einer Baumrinde. © NDR

Borkenkäfer: Förster stellen Netzfallen auf

Schleswig-Holstein Magazin -

Der Borkenkäfer fühlt sich wohl, wenn es trocken und warm ist. Die Wälder in Schleswig-Holstein haben derzeit ein Problem mit dem Tier. Im Kampf gegen den Käfer setzten Förster nun auf eine Netzfalle.

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Borkenkäfer mögen es warm und trocken.

Durch den heißen, trockenen Sommer und den milden, regenarmen Winter konnte sich der Borkenkäfer in Massen ausbreiten. Dazu kamen noch Stürme, die jede Menge Bäume umlegten: Totholz, Trockenheit und milde Temperaturen sind ideale Bedingungen für den Borkenkäfer. Die Förster sind besorgt. Neben Netzen setzen die Förster in Schleswig-Holstein dieses Jahr auch chemische Insektizide gegen die Tiere ein - zum ersten Mal seit 15 Jahren. Um eine weitere Ausbreitung des Käfers zu verhindern mussten in Bad Bramstedt, Elmshorn und im Segeberger Forst bereits viele Bäume gefällt werden. Die Förster hoffen nun auf einen kühlen und nassen Sommer, damit sich die Waldbestände erholen können und sich die Käfer nicht weiter ausbreiten.

Im April beginnt die Saison

Die je nach Art etwa zwei bis fünf Millimeter kleinen Tiere gehören zum Ökosystem des Waldes. Nachdem die Tiere in Stämmen oder in kleinen Holzteilen am Boden überwintert haben, schwärmen sie ab April aus. Der Geruch von geschwächtem Holz lockt sie an. Die Käfer bohren sich durch die Rinde und legen dahinter typische Gänge an. Das feine Bohrmehl rieselt nach außen. Damit unterbrechen sie die Versorgungsleitungen zwischen Baumwurzel und Krone. Die Weibchen legen jeweils bis zu 60 Eier ab, gut geschützt vor Feinden wie Vögeln. Nach etwa zwei Monaten haben sich daraus junge Käfer entwickelt.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 04.05.2019 | 19:30 Uhr

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