Mehr als 100 Millionen Dollar Falschgeld bei Razzien beschlagnahmt

Stand: 05.04.2024 16:08 Uhr

Kurioser Fund in Jübek und Hamburg: Das LKA hat bei einer Razzia massenhaft gefälschte Dollarscheine beschlagnahmt. Ein 42-jähriger Geschäftsmann steht unter Tatverdacht. Er wollte das Falschgeld offenbar in die USA exportieren.

Vier Paletten mit insgesamt 75 Kartons voller gefälschter Dollarscheine: Das Landeskriminalamt Kiel hat bei Durchsuchungen von zwei Firmenadressen und einer Wohnung in Jübek (Kreis Schleswig-Flensburg) und Hamburg Falschgeld in Höhe von mehr als 103 Millionen Dollar sichergestellt. In Hamburg fand die Razzia in einer vom Beschuldigten genutzten Lagerhalle statt. Amerikanische Sicherheitsbehörden hatten das Bundeskriminalamt informiert, anschließend führten die Ermittlungen zum Beschuldigten. Der 42-Jährige ist Geschäftsführer zweier Exportfirmen und steht im Verdacht, auch schon vorher Falschgeld in die USA exportiert zu haben.

Billige Fälschungen: Blüten wohl klar zu erkennen

Ein Karton, gefüllt mit Falschgeld © NDR Foto: Maike Haase
Die gefälschten Dollar-Scheine sind relativ leicht als solche zu erkennen, da sie unter anderem als "Movie Money" oder "Prop Copy" gekennzeichnet sind.

Die Beamten gehen davon aus, dass die Blüten von einem Großhändler aus der Türkei stammen. Der Großhändler soll die Exportfirmen des Beschuldigten als Zwischenlager für die Ausfuhr in die USA genutzt hat. Die falschen Dollarscheine sind laut LKA als Falschgeld zu erkennen, weil sie unter anderem als "Movie Money" oder "Prop Copy" gekennzeichnet sind. Die Scheine sind aber nach Meinung amerikanischer Behörden und der Deutschen Bank im alltäglichen Zahlungsverkehr mit echtem Geld zu verwechseln. Gegen den 42-Jährigen wird jetzt wegen Geldfälschung ermittelt.

 

Weitere Informationen
Geschäftsmann überreicht Geldscheine. © Picture Alliance / blickwinkel Foto: McPhoto
4 Min

Falschgeld: Vorsicht bei Bargeschäften

Überall fallen Betroffene auf "Blüten" herein, häufig im Zusammenhang mit Kleinanzeigen. Dieses Jahr wurden bereits 2,9 Millionen Euro sichergestellt. 4 Min

Mehrere Angeklagte sitzen in einem Prozess um eine versuchte Geldautomaten-Sprenung in Hamburg. © NDR Foto: Elke Spanner

Mit Falschgeld auf der Reeperbahn unterwegs: Prozess gestartet

Die drei vor dem Amtsgericht Hamburg angeklagten Männer haben außerdem versucht, einen Geldautomaten in Bergedorf zu sprengen. mehr

Eine Bescheinigung über eine Corona-Schutzimpfung in einem Impfpass. © Imago Images Foto: Lobeca

Corona: Impfpässe gefälscht - 32-Jähriger steht weiter vor Gericht

Der Mann soll laut Anklage Impfausweise gefälscht haben. Eine Mithelferin wurde zu einer Strafzahlung von 4.000 Euro verurteilt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 05.04.2024 | 13:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Kreis Schleswig-Flensburg

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Eine Aufnahme des Rathauses von Flensburg © NDR Foto: Frank Goldenstein

Zensus: Flensburg und seine 6.500 verschwundenen Einwohner

Beim vergangenen Zensus verlor die Stadt 6.549 Einwohner und damit auch viel Geld vom Land. Jetzt kommen neue Zahlen auf den Tisch. mehr

Videos