Stand: 11.06.2020 10:29 Uhr

Lernsommer: Prien hofft auf engagierte Lehrer

Über 130 Schulen haben nach Angaben von Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) bisher zugesagt, am sogenannten Lernsommer teilzunehmen. Und die Ministerin glaubt, dass es noch mehr Schulen werden. Beim Lernsommer geht es laut Prien für die Schüler der Klassen 1 bis 10 darum, in den Sommerferien Lernlücken zu schließen, um dann den Anschluss an das neue Schuljahr zu finden.

"Unser Angebot richtet sich grundsätzlich an alle Schüler. Aber wir werden gezielt die Schüler ansprechen, die einen besonderen Unterstützungsbedarf haben", betonte Prien bei NDR Info. Das Angebot sei freiwillig und kostenlos. Besonders hoch sei der Bedarf an Gemeinschafts- und Grundschulen. "Man kann allgemein sagen, dass es an den Grundschulen, in den unteren Klassen, besonders wichtig ist, den Schriftspracherwerb und das Lesen lernen über die Sommerferien weiter voran zu bringen", so Prien.

Programm wird gerade entwickelt

Aktuell konzipieren die teilnehmenden Schulen gemeinsam mit Kulturinstitutionen, Volkshochschulen und anderen Institutionen ein Lernangebot in den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Unterstützt werden sie dabei laut Prien vom Insitut für Qualitätsentwicklung. Die Lehrkräfte, die an dem Programm mitarbeiten, tun dies laut Prien freiwillig und werden dafür extra vergütet. "Es sind auch Studierende und professionelle Nachhilfeanbieter, die sich an dem Angebot beteiligen", so Prien.

Prien zufrieden mit Beteiligung

Sie lobte das Engagement vieler Lehrer in der Corona-Zeit. Einige Lehrer gingen inzwischen "wegen des umfangreichen Prüfungsgeschehens (...) auf dem Zahnfleisch." "Aber es gibt andere Lehrkräfte, die haben noch Luft und ich bin sicher, dass sie sich zur Verfügung stellen." Mit der bisherigen Beteiligung von Lehrern ist sie zufrieden.

Für die Finanzierung des Lernsommers hat der schleswig-holsteinische Landtag jüngst fünf Millionen Euro über den Nachtragshaushalt zur Verfügung gestellt. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Projekt. Am Mittag werden sich Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und Ministerin Prien zu den Plänen äußern.

Seit vergangenem Montag wird in schleswig-holsteinischen Grundschulen wieder im Klassenverband unterrichtet. "Unsere Schüler und Schülerinnen sind heilfroh, wieder in den Schulen zu sein", sagte Ministerin Prien dazu. Sie betonte dennoch: "Es geht um Regelunterricht unter Pandemiebedingungen."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.06.2020 | 14:00 Uhr

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