Lehrkräftemangel: Lehrer in SH sollen flexibler eingesetzt werden

Stand: 28.06.2023 17:53 Uhr

Bildungsministerin Karin Prien setzt auf mehr Flexibilität, um dem Lehrkräftemangel entgegenzuwirken. Gymnasiallehrer sollen künftig dauerhaft auch in Grundschulen arbeiten können.

Überall in Schleswig-Holstein fehlen Lehrer an den Schulen. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hat am Mittwoch weitere Maßnahmen vorgestellt, mit denen sie den Lehrkräftemangel in den Griff bekommen will. Unter anderem ist geplant, dass befristet angestellte Gymnasiallehrer an Grundschulen wechseln können und dort dann einen unbefristeten Vertrag bekommen. Da für den Umgang mit den jüngsten Schülern andere Fertigkeiten erforderlich seien, werde diese Option allerdings mit Fortbildungsmaßnahmen verbunden sein.

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sitzt bei einer Pressekonferenz auf einem Podium. © dpa-Bildfunk Foto: Bernd von Jutrczenka
Laut Prien zählt die Erhöhung des Studienerfolgs zu den Hauptfaktoren für eine bessere Lehrerversorgung.

Außerdem soll an der Universität in Kiel ein Lernzentrum entstehen, in dem Mathe-Studenten unterstützt werden. In Mathematik und Informatik ist die Abbrecherquote speziell im ersten Studienjahr besonders hoch. Sie beträgt dort offenbar teilweise bis zu 70 Prozent.

Modell aus NRW könnte zum Einsatz kommen

Die Ministerin brachte am Mittwoch außerdem eine weitere Möglichkeit ins Spiel, dem Lehrermangel entgegenzuwirken: In Nordrhein-Westfalen sei ein Modell erfolgreich, bei dem sich Lehrkräfte verpflichten, für einen bestimmten Zeitraum in einer sogenannten Mangelregion zu arbeiten. Dafür wird ihnen anschließend der Einsatz in ihrer Wunschregion garantiert. Nun wolle man schauen, ob das Modell auch in Schleswig-Holstein angewendet werden kann. Als Mangelregionen gelten zum Beispiel Dithmarschen und Herzogtum Lauenburg.

Prien betonte, wie schwer es sei, den Bedarf an Lehrern zu planen. So werde die Schülerzahl an Grundschulen bis 2027/28 steigen, danach aber sinken. "Das ist wirklich eine komplexe Steuerungsaufgabe", sagte die Ministerin. In Schleswig-Holstein arbeiten an rund 800 Schulen etwa 28.000 Lehrerinnen und Lehrer.

Weitere Informationen
Stühle stehen in einem leeren Klassenzimmer auf den Tischen. © picture alliance / Eibner-Pressefoto Foto: Weber / Eibner-Pressefoto

Provinziell oder voller Chancen: Wie holt man Lehrer aufs Land?

Eine Koordinierungsstelle im Kreis Dithmarschen vermittelt den Kontakt zu Schulen und sucht kostenlose Unterkünfte für ein Praktikum. mehr

Ein Lehrer sitzt vor seiner Klasse auf dem Lehrerpult. © fotolia.com Foto: Africa Studio

Lehrermangel: Pläne von Ministerin Prien stoßen auf Kritik

Mit mehreren Maßnahmen will das Land den Lehrermangel bekämpfen. Von der Opposition und der Gewerkschaft kommt Kritik. mehr

Auf einem Würfel auf einem Schreibtisch steht "Bundesagentur für Arbeit". © NDR Foto: Nina Draxlbauer

Öffentlicher Dienst: Wettbewerb um Fachkräfte

In Verwaltung und Landesdienst droht die große Personal-Lücke. Attraktive Arbeitsbedingungen können helfen. mehr

Dieses Thema im Programm:

Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.06.2023 | 17:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Eine Person hält ein Smartphone, auf dem ein Deutschlandticket geöffnet ist, in der Hand. © picture alliance/Flashpic/Jens Krick Foto: Jens Krick

Günstigeres Deutschlandticket für Schüler in SH

Rund 20 Euro kostet das Ticket weniger - für viele bereits nach den Sommerferien. Einheitlich eingeführt wird das Schülerticket zum 1. Januar 2025. mehr

Videos