Stand: 01.08.2020 14:53 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Insolvenzverfahren für FSG ist eröffnet

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360 der 650 Mitarbeiter sollen auch nach dem Insolvenzverfahren auf der Werft weiterarbeiten können.

Für die traditionsreiche Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) ist am Sonnabend am örtlichen Amtsgericht das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die zuständige Insolvenzrichterin unterzeichnete am Vormittag den entsprechenden Antrag der FSG. Wie der vom Amtsgericht bestellte Sachwalter, Fachanwalt Christoph Morgen erklärte, handle es sich um einen nichtöffentlichen Verwaltungsakt. Die Eröffnung werde am Montag im Internet bekanntgegeben. Das Verfahren werde voraussichtlich zwei bis drei Jahre dauern. Er gehe davon aus, dass am Ende die Gläubiger in einer Quotierung einen Teil ihrer Forderungen ersetzt bekommen können. Denn dies gebe die Insolvenzmasse her.

Wie geht es weiter für die FSG-Mitarbeiter?

Schleswig-Holstein Magazin -

Fast die Hälfte der Beschäftigten der Werft FSG muss in eine Transfergesellschaft wechseln. Was bedeutet das für sie und worauf müssen sich die verbleibenden Mitarbeiter einstellen?

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300 Arbeitnehmer wechseln in Transfergesellschaft

Investor Lars Windhorst hatte am Freitag in Flensburg angekündigt, mehrere seiner Firmen würden die Werft und 350 der bisher 650 Mitarbeiter übernehmen. Die Übernahme ist für den 1. September geplant. Zudem stellte er zwei Schiffsaufträge in Aussicht. Die Tennor Holding beauftrage die Werft mit dem Bau zweier RoRo-Schiffe.

Unter den 350 Mitarbeitern sind auch alle 31 Auszubildenden und 9 Mitarbeiter, die ein duales Studium absolvieren. Die rund 300 Arbeitnehmer, die die Werft verlassen müssen, sollen bereits zum 1. August für sechs Monate in eine Transfergesellschaft wechseln können, um für die Suche nach einem neuen Job fit gemacht zu werden. Sie müssen sich innerhalb einer Woche entscheiden. 95 Prozent müssten das tun, damit dieses Konstrukt funktioniert. Windhorst sagte, es sei leider nicht möglich gewesen, alle Arbeitsplätze zu erhalten. "Ich glaube aber grundsätzlich an eine Zukunft des Unternehmens, deshalb setze ich mich mit der Holding Tennor erneut dafür ein." Vor der Werft liege aber ein schwieriger Weg der Umstrukturierung.

Nadina von Studnitz, Leiterin des Studio Flensburg, lächelt in die Kamera. © NDR Foto: Janis Röhlig

FSG: Mitarbeiter müssen sich Neustart teuer erkaufen

NDR 1 Welle Nord - Nachrichten für Schleswig-Holstein -

Lars Windhorst springt als Investor erneut für die insolvente FSG ein. Doch den Neustart muss sich nicht das Management, sondern die Mitarbeiter teuer erkaufen. Ein Kommentar von Nadina von Studnitz.

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Kaufvertrag bereits notariell beglaubigt

Der Kaufpreis ist nicht bekannt. Der Kaufvertrag wurde laut Windhorst bereits notariell beglaubigt. Mehrere zur Tennor Holding gehörende Gesellschaften werden die Werft übernehmen. Damit ist die Pella Sietas Gruppe nicht zum Zuge gekommen - für viele eine Überraschung. Neben Windhorst waren Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) und Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) auf der Werft zu Gast, um über die Zukunft des Unternehmens zu sprechen. Buchholz lobte und dankte Windhorst für seine Engagement und stellt wieder Landesbürgschaften in Aussicht für Schiffsfinanzierungen. Dies sei für gefährdete Unternehmen in Insolvenz nicht möglich. Das Land habe in früheren Jahren 400 Millionen Euro Bürgschaften geleistet für Neubauten.

Neustart für FSG mit verkleinerter Belegschaft

Schleswig-Holstein Magazin -

Die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft bleibt erhalten, Investor Lars Windhorst kauft die Werft mit seiner Tennor Holding. Allerdings verlieren rund 300 Mitarbeiter ihre Jobs.

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Nach Ansicht des Betriebsratsvorsitzenden Thomas Jansen kann eine kleinere Werft mit den beiden Schiffsaufträgen kurzfristig weitergeführt werden. Er forderte vom norwegischen Ex-Eigentümer Siem, dass die Großfähre "Honfleur", die zurzeit in Flensburg halbfertig an der Pier liegt, auf der Werft zu Ende gebaut wird.

Insolvenzverfahren für Sonnabend geplant

Die FSG hatte im April einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Flensburg gestellt. Die Produktion stand wegen der Corona-Pandemie monatelang still, alle Mitarbeiter waren in Kurzarbeit. Die Werft war 2019 von Windhorst übernommen worden. Durch den Erwerb durch eine andere Firma von Windhorst soll der Werft ohne die bisherigen Schulden quasi ein Neustart ermöglicht werden.

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Die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft geht ins Insolvenzverfahren - mit einer Perspektive. Der Gesellschafter Windhorst kauft die Werft mit einer anderen Firma. NDR Reporter Peer-Axel Kroeske berichtet. Video (01:37 min)

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.08.2020 | 13:00 Uhr

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