Stand: 18.02.2020 15:01 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Geomar-Messgerät nach halbem Jahr gefunden

Freude bei den Meeresforschern vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel: Ein seit einem halben Jahr verschwundenes Unterwasserobservatorium, das seit 2016 Daten zum Ökosystem am Ausgang der Eckernförder Bucht erhebt, ist wieder da. Mithilfe der Echoloten eines Schiffes vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sei es gelungen, den mit Sensoren bestückten Teil der Anlage aufzuspüren, wie die Wissenschaftler am Dienstag mitteilten. Der für die Stromversorgung verantwortliche Teil des Geräts bleibt vermisst. Die gesamte Anlage ist laut Geomar etwa 300.000 Euro wert.

Vermisstes Geomar-Messgerät geborgen

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Freude bei den Meeresforschern vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel: Nach sechs Monaten ist ein verschwundenes Unterwasserobservatorium wieder aufgetaucht.

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Schleifspuren brachten Taucher nicht weiter

Seit Jahren lieferte das Messgerät Daten wie Salzgehalt, Methankonzentration, Strömungsrichtungen, Temperatur und vieles mehr, was die Wissenschaftler für ihre Forschung brauchen. Am 21. August 2019 um 8.15 Uhr kam das letzte Signal von der Anlage, der die Forscher den Namen Boknis-Eck-Knoten gaben. Später fanden Taucher nur noch ein abgerissenes Kabel an der Messstelle. Im Oktober gingen Taucher wieder auf die Suche. Sonarbilder zeigten Schleifspuren vom ehemaligen Standort. Doch die Suche blieb vorerst ergebnislos. An der entsprechenden Stelle fanden die Taucher lediglich einen Betonblock - aber kein Messgerät.

Schlechte Sicht: Fundort nicht weit entfernt

Die Suche gestaltete sich auch schwierig, weil in diesen Tiefen kein GPS-Signal funktioniert. Hinzu kommt die unheimlich schlechte Sicht von unter einem Meter. Die Forscher fanden das Observatorium nun in 20 Metern Tiefe nur knapp 200 Meter von der ursprünglichen Position entfernt. "Bei den Sichtverhältnissen in der Ostsee ist das schon die Nadel im Heuhaufen", sagte Geomar-Mitarbeiter Martin Steen.

Wie das Gestell dorthin gelangte, ist immer noch völlig unklar. Denkbar sei, dass in dem Sperrgebiet illegal ein Fischerboot mit Schleppnetz unterwegs gewesen sein könnte. Dies sei aber nur eine Spekulation, hieß es seitens des Geomar.

Daten sind Teil der weltweit ältesten Zeitserie

Die Sensoren der Anlage sind laut Geomar stark beschädigt oder fehlen. "Da unsere Versicherung den Schaden bereits beglichen hat, müssen wir mit ihr klären, was jetzt mit dem gefundenen Gestell wird", sagte der wissenschaftliche Koordinator der Messstation, Hermann Bange.

Der Boknis-Eck-Knoten soll dazu beitragen, den Zustand des Ökosystems der südwestlichen Ostsee zu analysieren. In dem Bereich werden seit 1957 Unterwasserdaten erhoben. Boknis Eck ist laut Geomar einer der ältesten, noch aktiven meereswissenschaftlichen Zeitserien weltweit. Die Daten von August 2019 bis heute fehlen nun in der Serie.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 18.02.2020 | 19:30 Uhr

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