Testpflicht: Kontrollen an der Grenze zu den Niederlanden

Stand: 06.04.2021 15:38 Uhr

Die Niederlande sind Hochinzidenzgebiet. Einreisende brauchen seit Dienstag einen negativen Corona-Test. Für Pendler gelten jedoch Ausnahmen. Die Bundespolizei will ihre Kontrollen verstärken.

Ständige Grenzkontrollen soll es nach Angaben der Bundespolizei nicht geben. Die Beamten könnten natürlich nicht an jedem Feldweg und jeder Straße stehen, so ein Sprecher. Die Überwachung der eingeführten Testpflicht solle anlassbezogen und stichpunktartig erfolgen. Es gebe keine geschlossene Grenze zu den Niederlanden, so der Erste Kreisrat in der Grafschaft Bentheim, Michael Kiehl. Es sei auch nicht beabsichtigt, nur noch nach einer Kontrolle die Grenze überschreiten zu dürfen, sondern es solle eine verstärkte Grenzüberwachung stattfinden im fließenden Verkehr. Alleine im Landkreis Grafschaft Bentheim lebten an die 10.000 Niederländer, von denen sehr viele in den Niederlanden arbeiten. Es sei gut und wichtig, dass diese Beziehungen aufrechterhalten blieben, so Kiehl. Es sei jetzt aber nicht die Zeit, sich gegenseitig im "Freizeit- und Einkaufsverkehr" zu besuchen.

Pendler müssen nicht bei jedem Grenzübertritt Test vorweisen

Von den neuen täglichen Tests befreit sind demnach Pendler auf der Heimfahrt aus den Landkreisen Grafschaft Bentheim, dem Emsland, Aurich und Leer sowie der Stadt Emden. Nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums müssen diese nicht bei jedem Grenzübertritt nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorweisen. "Bei einer Einreise an zwei aufeinander folgenden Tagen ist nur ein Test erforderlich", teilte das Ministerium dazu mit. Die Ausnahmen sollen auch für Familienbesuche gelten. Sie gelten ab Mittwoch. Wer kein negatives Schnelltest-Ergebnis vorlegen könne, müsse sich unverzüglich nach der Einreise testen lassen.

Grafschaft Bentheim prüft "Grenz-Testzentrum"

Für Pendler heißt das zum Beispiel: Sie machen im heimischen deutschen Zentrum einen kostenlosen Test, der dann für zwei Tage gilt, am dritten Tag muss er erneuert werden. Möglich sind Tests auch in den Niederlanden. An der Grenze direkt gibt es noch keine Teststationen. Die Grafschaft Bentheim prüft aber derzeit, ein Testzentrum am Autobahn Rastplatz "Bentheimer Wald" einzurichten. Da die Einstufung als Hochinzidenzgebiet bereits seit Dienstag gilt, müssen Pendler auch seitdem einen negativen Corona-Test vorweisen. Selbsttests werden nicht akzeptiert. Zusätzlich müssen sich Einreisende vor Ankunft auf der Internetseite www.einreiseanmeldung.de anmelden.

Landkreise fordern mehr Impfstoff für Grenzregion

Weil die Niederlande jetzt als Hochinzidenzgebiet eingestuft worden ist, wollen die Landräte aus der Grafschaft Bentheim, dem Emsland und Leer erneut mehr Impftstoffdosen für ihre Kommunen einfordern, wie Kreisrat Kiehl mitteilte. Der Wunsch sei zuletzt mit dem Argument abgelehnt worden, Niedersachsen habe keine Grenze zu einem Hochinzidenzgebiet. Das habe sich jetzt ja geändert, so Kiehl.

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Behrens: "Anstieg der Infektionszahlen in den Niederlanden besorgniserregend"

Das Robert-Koch-Institut hatte am Sonntag mitgeteilt, dass die Bundesregierung die Niederlande wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen nach Ostern als Hochinzidenzgebiet einstuft. Der Anstieg der Infektionszahlen in den Niederlanden sei besorgniserregend, hatte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) gesagt. Der grenzüberschreitende Reiseverkehr stelle ein erhöhtes Risiko für eine noch stärkere Verbreitung des Coronavirus dar - insbesondere, wenn Einreisende aus Risikogebieten kämen. "Konsequentes Testen kann diese Gefahr deutlich abpuffern."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.04.2021 | 12:00 Uhr

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