Stromtrassen-Pläne: Amprion will Bauern entschädigen

Stand: 13.08.2021 10:05 Uhr

Die Stromtrasse "A Nord" soll von Bunde (Landkreis Leer) über Haren (Ems) und Wietmarschen führen. Netzbetreiber Amprion will Landwirte in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim entschädigen.

Die Trasse wird den Plänen zufolge nahe der deutsch-niederländischen Grenze westlich von Meppen und Lingen verlaufen. Bauern sollen den rund 35 Meter breiten Schutzstreifen der Erdkabelstrecke bewirtschaften dürfen. Zudem sehen die Pläne von Amprion vor, die Landwirte für Verluste zu entschädigen. "Es gibt jetzt Verhandlungen mit den Landwirtschaftsverbänden, die das als Basis aushandeln. Daran wird man sich orientieren und dann individuell mit den Landwirten in die Verhandlungen eintreten", sagte Projektleiter Jörn Koch. Baustart soll 2024 sein.

Projekt kostet 2,7 Milliarden Euro

Der Netzbetreiber Amprion hatte am Donnerstag in Lingen die weiteren Pläne für die Strombeförderung von der Küste nach Nordrhein-Westfalen vorgestellt. 2,7 Millionen Euro soll das Projekt kosten. Die Stromleitung habe eine Kapazität von rund zwei Gigawatt, sagte Projektleiter Koch. Das sei etwa das Eineinhalb- bis Zweifache der Leistung des Kernkraftkraftwerks Emsland. "Etwa zwei Millionen Menschen können damit versorgt werden", so Koch. Die Windenergie von der Nordsee soll die Kohlekraft in Nordrhein-Westfalen und das Atomkraftwerk Philippsburg bei Karlsruhe in Baden-Württemberg ersetzen. Bei der Trasse "A Nord" handelt es sich um eine reine Erdkabelstrecke. Sie soll 2027 fertiggestellt sein.

Harens Bürgermeister: "Danach muss Schluss sein"

Für Haren im Emsland ist es die dritte Höchstspannungsleitung, die durch das Stadtgebiet verlaufen soll. Die Stadt Haren trage die Energiewende mit, sagte Bürgermeister Markus Honnigfort (CDU). Nach dieser Stromtrasse müsse aber Schluss sein. "Das Land Niedersachsen ist groß und es muss nicht alles hier an der westlichen Grenze durchgezogen werden, nur weil es der kürzeste Weg Richtung Ruhrgebiet ist", so Honnigfort. Auch Koch erklärte, man habe die kürzeste Verbindung gesucht: "Das hat ergeben, dass wir hier im Westen Niedersachsens die optimale Trassen- oder Routenführung gefunden haben." Um der Region weitere Baustellen zu ersparen, werden in der Trasse Leerrohre für zwei weitere Stromleitungen mitverlegt.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 13.08.2021 | 06:30 Uhr

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