Stand: 26.08.2019 15:43 Uhr

Nach Moorbrand: Wieder verstärkt Munitionstests

Eine Karte zeigt den Bereich, der für die Phase 4 des Schieß- und Sprengbetriebs in Meppen gesperrt wird. © Bundeswehr
Die "Phase 4" ermöglicht den Schieß- und Sprengbetrieb grundsätzlich wieder auf dem gesamten Gelände - mit Ausnahme der Moorgebiete.

Nach dem verheerenden Moorbrand bei Meppen (Landkreis Emsland) schießt die Bundeswehr seit Montag wieder weit in die Fläche. Erstmals seit dem Feuer vor einem Jahr werden dafür Straßen rund um das Testgelände gesperrt, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Das Moor ist allerdings noch vom Schießbetrieb ausgenommen. Die Bundeswehr hat ihr Brandschutzkonzept überarbeitet: Anstatt sich wie bisher nur auf den Waldbrand-Gefahrenindex zu verlassen, wird auch geprüft, wie feucht der Boden ist.

Übungsfläche wird nach und nach ausgeweitet

Ein Schild informiert über den Schießplatz Meppen und verbietet den Zutritt. © dpa Bildfunk Foto: Friso Gentsch
Auf dem Gelände bei Meppen wird unter anderem Munition getestet. (Archivbild)

Bereits seit Februar wird auf dem Gelände wieder geschossen, zu Anfang aber nur in Schießständen im Kernbereich der Dienststelle. Die Flächen sollen Stück für Stück wieder genutzt werden - nach Angaben der Bundeswehr hat am Montag die "Phase 4" der Wiederaufnahme begonnen. Das bedeutet, dass der Schieß- und Sprengbetrieb grundsätzlich auf dem gesamten Gelände möglich ist - mit Ausnahme der Moorgebiete. Zuerst sollen die Übungen allerdings nur in einem Bereich stattfinden, der für die "Phase 4.1" vorgesehen ist (auf der oben gezeigten Karte blau gekennzeichnet). Das Naturschutzgebiet Tinner und Staverner Dose bleibt somit davon unberührt.

Bürgermeister sieht Schießübungen gelassen

Für die kommenden drei Monate sind insgesamt 144 Munitionsversuche geplant. Staverns Bürgermeister Helmut Rawe (CDU) sagte NDR 1 Niedersachsen, er habe volles Vertrauen in das Brandschutzkonzept der Bundeswehr. Ein Moorbrand wie im vergangenen Jahr werde nicht mehr vorkommen. Die Bewohner hätten mit den Geschehnissen mittlerweile abgeschlossen und würden die Arbeit der Bundeswehr unterstützen. Im Herbst 2018 war bei einem Waffentest der mehrwöchige Moorbrand ausgebrochen. Dem Dorf Stavern hatte damals zwischenzeitlich sogar die Evakuierung gedroht. Die Bundeswehr hatte ihre Übungen in dem betroffenen Gebiet in der Folge vorübergehend eingestellt.

Ministerium: Tagesaktuelle Bewertung der Brandgefahr

Laut einer Pressemitteilung der Bundeswehr geht es bei der Wiederaufnahme des Schießbetriebs darum, "dringend erforderliche Erprobungen fortzusetzen". Hierzu gehörten beispielsweise Versuche mit einer neuen Munitionsfamilie. Jedes Schieß- und Sprengvorhaben werde gesondert vor jeder Durchführung geprüft. Spezielles Augenmerk gelte dabei den Belangen des Brandschutzes. Alle Übungsbereiche würden tagesaktuell auf die Brandgefahr hin bewertet. Ist die Gefahr zu groß, werde der jeweilige Test verschoben, hieß es aus dem Ministerium. Darüber hinaus stehe die Bundeswehrfeuerwehr bereit. Laut Staverns Bürgermeister Rawe wurden neue Löschfahrzeuge angeschafft.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 26.08.2019 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Auf einer Tafel in einem Klassenzimmer steht "Sommerferien" geschrieben. © dpa-Bildfunk Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Niedersachsen hält an Terminen für Schulferien fest

Trotz Distanzlernen und Wechselunterricht bräuchten Lehrer und Schüler dringend ihre Ferien, sagte Kultusminister Tonne. mehr

Eine Polizeistreife fährt in der Nacht zu einem Einsatz. © picture alliance/dpa/Patrick Seeger Foto: Patrick Seeger

Belm: Gäste von illegaler Party greifen Polizisten an

Ein Beamter wurde am Knie verletzt. Auch in Hannover musste die Polizei mehrere unerlaubte Feiern auflösen. mehr

Zwei Frauen steigen aus einem See.
3 Min

Eisbaden für den guten Zweck

Die Eisbaderinnen aus Lingen gehen jeden Tag baden. Sie stellen Fotos online und rufen zur Spende an das Frauenhaus auf. 3 Min

Eine Tulpe liegt auf einem Stein mit der Aufshcrift 'Wir Gedenken'. © dpa-Bildfunk Foto:  Philipp Schulze/dpa

Wegen Corona: KZ-Gedenkstätten verzeichnen weniger Besucher

In Bergen-Belsen und Esterwegen haben sich die Zahlen im vergangenen etwa Jahr halbiert. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen