Jäger nutzt Drohne für gezielte Wildschweinjagd im Emsland

Stand: 06.12.2020 15:27 Uhr

Um das Ausbreiten der Schweinepest zu verhindern, töten Niedersachsens Jäger verstärkt Wildschweine. Conrad Eilers setzt bei der Jagd im Emsland auf eine Hundemeute und seine Drohne.

von Helge Hinsenkamp

In den frühen Morgenstunden geht es los. Mit der Drohne spürt der 51-jährige Eilers in Haselünne Schwarzwild auf. Denn obwohl viele größere Treibjagden zurzeit wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden, müsse dringend gehandelt werden. "Sollte die Afrikanische Schweinepest nach Niedersachsen kommen, wäre das für die Schweinezüchter-Hochburg eine Katastrophe", sagt er. Wildschweine haben ihm zufolge eine Zuwachsquote von 300 Prozent. "Wenn die Bestände nicht kontrolliert werden, dann wird es gefährlich." Nicht nur Züchter wären betroffen, auch für Futtermittelindustrie, Bauunternehmen und Schlachthöfe wäre ein Ausbruch ein Fiasko.

Wildschweinrotten findet Eilers aus der Luft

Eilers ist seit 34 Jahren Jäger, seit drei Jahren Drohnenführer und bundesweit gefragt. Mit seiner Wärmebildkamera entdeckt er aus mehr als 100 Metern Höhe Wildschweinrotten und sogar Kadaver. Denn auch nach dem Tod strahlt ein Kadaver noch Wärme aus. Sobald Eilers die Wildschweine geortet hat, durchkämmt er mit weiteren Jägern und Hunden das Gebiet, um die Schweine zu finden. Zu Conrads Team gehört eine Meute aus 17 Hunden. Sie scheuchen die Wildschweine auf. Auf den Hochsitzen warten Jäger, um sie erlegen zu können.

Proben der Schweine werden im Labor untersucht

Nach der Jagd werden die Wildschweine registriert. Und Amtstierarzt Dieter Brunklaus kommt zum Einsatz. Er nimmt Blut- und Urinproben, die dann im Labor auf  die Afrikanische Schweinepest und die klassische Schweinepest untersucht werden. Bisher hat es noch keinen Fund eines erkrankten Wildschweins gegeben.

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Hallo Niedersachsen | 06.12.2020 | 19:30 Uhr

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