Stand: 25.01.2019 14:25 Uhr

Fall Sandker: "Ermitteln, bis wir den Täter haben"

1995 wurde Elke Sandker ermordet. Vor einem Jahr wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen - und sie könnten sich noch Jahre hinziehen.

Vor genau einem Jahr sind in einem mehr als 20 Jahre alten Mordfall aus Sögel im Landkreis Emsland neue Spuren aufgetaucht: Die Polizei hatte DNA-Material auf der Kleidung der getöteten Elke Sandker gesichert - und hoffte auf den Durchbruch. Doch der blieb aus. Obwohl eine Mordkommission bis heute mehr als 200 Speichelproben genommen hat, gab es bislang keinen Treffer, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

80 Prozent der Speichelproben sind ausgewertet

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Elke Sandker wurde 1995 getötet. Mit dieser Aufnahme wurden damals Zeugen gesucht.

In einer Augustnacht 1995 wurde das Opfer, eine 24-jährige Rechtsanwaltsgehilfin, auf dem Nachhauseweg von der Kirmes in Sögel erdrosselt. Nachbarn entdeckten die Leiche am nächsten Tag auf einem Stoppelfeld in der Nähe ihres Elternhauses in der Bauernschaft Waldhöfe. Im Moment ruht die Arbeit der Mordkommission, sagt deren Leiter Dieter Schmidt. Die Polizei warte darauf, dass das Landeskriminalamt (LKA) die Auswertung der vielen Speichelproben beendet. "Es sind laut letzter Mitteilung des LKA 80 Prozent untersucht worden", so Schmidt. Ein Verdächtiger wurde dabei nicht ermittelt. Eine heiße Spur entpuppte sich als falsche Fährte: Anfang September wurde ein 53-jähriger Mann vorläufig festgenommen. Eine Frau hatte bei der Polizei angegeben, in dem 53-Jährigen den Mann zu erkennen, der sie vor mehr als 30 Jahren brutal überfallen hatte. Die Polizei sah Parallelen zum späteren Mordfall Sandker und überprüfte daraufhin die DNA des Verdächtigen. Der Vergleich ergab jedoch, dass der Mann nicht für die Tat infrage kam.

"Cold Case" braucht Zeit: "Die muss man uns geben"

Schmidt ist seit 1995 mit dem Fall befasst - der Polizist war damals Mordermittler in Sögel. Er hat Spuren auf dem Stoppelfeld gesichert, wo die Leiche der jungen Frau gefunden worden war. "Natürlich ist man nach jedem negativen Ergebnis ein bisschen enttäuscht", sagt Schmidt. "Aber im Vorfeld war auch schon klar, dass die Bearbeitung eines 'Cold Case' einfach Zeit braucht. Und die muss man uns auch geben. Wir werden so lange ermitteln, bis wir den Täter haben."

Massen-DNA-Test könnte als letztes Mittel eingesetzt werden

Erst wenn alle Namen aus den alten Akten überprüft sind und es keine neuen Hinweise gibt, könnte ein Massen-DNA-Test als letztes Mittel Klarheit bringen. Das könne aber noch Jahre dauern, sagt Mordermittler Schmidt. Er steht bis heute in engem Kontakt mit Angehörigen des Opfers. "Einerseits wollen sie natürlich wissen, wer der Täter ist. Andererseits wollen sie einfach ihre Ruhe haben, das verstehe ich auch. Diese Gratwanderung ist sehr schwierig."

Weitere Informationen

Fall Sandker: Polizei nimmt DNA-Proben

Im Fall der vor über 20 Jahren im emsländischen Sögel getöteten Elke Sandker will die Polizei DNA-Proben von Verdächtigen nehmen. Die Frau war nach einem Kirmesbesuch erdrosselt worden. (13.06.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 25.01.2019 | 17:00 Uhr

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