Stand: 20.12.2018 19:30 Uhr

Bode: Keine Nennung von Missbrauchs-Vertuschern

Nachdem das Bistum Osnabrück Fälle von mutmaßlichem Kindesmissbrauch durch einen Priester öffentlich gemacht hat, spricht sich Bischof Franz-Josef Bode gegen die namentliche Nennung derjenigen aus, die Missbrauch gedeckt haben. Ausnahmen seien drastische Fälle. Oftmals seien Entscheidungen aber von Organisationen innerhalb der Kirche getroffen worden, so dass die Nennung einzelner Verantwortlicher schwer falle. Manche Fälle seien zudem nicht ganz eindeutig, die damit Befassten teils nicht mehr am Leben. Als Reaktion auf die Vorwürfe kündigte Bode am Donnerstag an, sich zu Beginn des neuen Jahres in der jährlichen Klausur der Bistumsleitung mit einem neuen Konzept zur Prävention und Intervention zu befassen.

Bode: Schwere Wirkung unterschätzt

Am Wochenende hatte das Bistum bekannt gegeben, dass ein heute 85-jähriger Priester in den 1980er- und 90er-Jahren Jugendliche missbraucht haben soll. Mittlerweile geht es um zehn Fälle. Bode räumte ein, die schwere Wirkung der Taten auf die Psyche Opfer nicht angemessen erkannt zu haben. "Das sehe ich heute anders. Das sieht auch die Kirche heute anders." Er schließe auch weitere Missbrauchsfälle nicht aus. "Wir wissen nicht, ob wir bisher alles wahrgenommen haben."

 

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.12.2018 | 10:00 Uhr

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