Stand: 17.06.2020 15:04 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Artenvielfalt: NABU will Landwirte mit einbeziehen

Eine Hummel sitzt auf einer Blume in Feld. © dpa-Bildfunk Foto: Sebastian Gollnow
Im Volksbegehren Artenvielfalt des NABU geht es unter anderem um artenreiche Wiesen. (Themenbild)

Damit das Volksbegehren Artenvielfalt des Naturschutzbunds (NABU) Niedersachsen genügend Unterstützer bekommt, sammelt auch der NABU Emsland Unterschriften in der Region. Viele Vereine helfen mit: unter anderem der Wassersportverein Meppen, das Bienenzentrum Imme Bourtanger Moor in Haren und ein Bioladen in Lingen. "Mit dem Volksbegehren möchten wir jetzt Gesetzgebungen erreichen, damit die letzten Naturschätze, die wir hier haben, gesichert und weiterentwickelt werden", sagte Jutta Over, Leiterin der NABU-Geschäftsstelle in Meppen. In einigen Gemeinden seien bereits ausgefüllte Unterschriftenlisten beim Einwohnermeldeamt abgegeben worden.

Bauern sollen entschädigt werden

Bei dem Volksbegehren geht es zum Beispiel um mehr Hecken in der Landschaft, um mehr Laubwälder und artenreiche Wiesen. Außerdem soll der Einsatz von Pestiziden in Schutzgebieten verboten werden. Der NABU wolle dabei auch die Bauern mitnehmen, sagte Over. Denn gerade das Emsland ist landwirtschaftlich geprägt. So sollen Landwirte etwa entschädigt werden, wenn sie durch ein Verbot von Pestiziden in Schutzgebieten Ertragsverluste erleiden oder wenn Flächen in artenreiche Wiesen umgewandelt werden.

Landvolk verweist auf "Niedersächsischen Weg"

Das emsländische Landvolk sieht jedoch keinen Anlass, dem NABU zu folgen und verweist auf den "Niedersächsischen Weg" für den Artenschutz. In dem Maßnahmenpaket hatten sich das Land, die Landwirtschaft und Naturschutzverbände wie der NABU auf gemeinsame Schritte für mehr Artenvielfalt verständigt. "Der nennt sich ja nicht umsonst 'Niedersächsischer Weg' und wenn dann einer ausschert und noch einen zusätzlichen Weg fährt, finde ich das nicht gut", Lambert Hurink, Geschäftsführer des emsländischen Landvolks.

Hurink: "Folgen für Bauern im Blick behalten"

Wer das Volksbegehren unterschreibe, müsse die Folgen für die Bauern im Blick haben, so Hurink. Als Beispiel nannte er den geforderten fünf Meter breiten Schutzstreifen an Gewässern. Hochgerechnet könnten dann im Emsland und in der Grafschaft Bentheim bis zu 5.000 Hektar landwirtschaftlich nicht mehr genutzt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.06.2020 | 17:00 Uhr

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