Stand: 03.09.2018 10:54 Uhr

Rotenburger Lent-Kaserne bekommt neuen Namen

Die Lent-Kaserne in Rotenburg (Wümme) wird umbenannt. Das bestätigte der Standortälteste der Kaserne, Oberstleutnant York Buchholtz, am Montag gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Buchholtz hatte Militärhistoriker prüfen lassen, ob der Namensgeber Helmut Lent nach dem neuen Traditionserlass der Bundeswehr noch sinnstiftend sei. Die Prüfung habe ergeben, das dies nicht der Fall sei. Deshalb würden die 1.300 Soldaten und auch die Zivilbeschäftigten nun nach einem neuen Namen suchen, sagte Buchholtz.

Kreistag, Stadtrat und Soldaten für alten Namen

Mit der Entscheidung endet eine lange Diskussion um den Namen der Lent-Kaserne. In den vergangenen Jahren hatten sich die Soldaten sowie auch der Kreistag und der Stadtrat in Rotenburg immer wieder dafür ausgesprochen, den Namen Lent beizubehalten. Eine Zustimmung des Bundesverteidigungsministeriums blieb allerdings aus. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte im September 2017 deutlich gemacht, dass sie den Namen der Lent-Kaserne für unpassend hält. Dieser sei nicht mehr "sinnstiftend für die heutige Bundeswehr" und gehöre "zu einer Zeit, die für uns nicht vorbildgebend sein kann", sagte die Ministerin bei einer Rede beim Reservistenverband.

Helmut Lent - Pilot während der NS-Zeit

  • Der Jagdflieger Helmut Lent war im Zweiten Weltkrieg ein hochdekorierter Luftwaffenpilot. Er hat mehr als 100 Kampfflugzeuge abgeschossen, vor allem viermotorige Bomber.
  • Die NS-Propaganda baute Lent zum Helden auf und sorgte dafür, dass er sehr populär wurde. Lent starb 1944 mit 26 Jahren nach einem Flugunfall.
  • Die Kaserne in Rotenburg heißt seit dem Jahr 1964 Lent-Kaserne, nachdem die Briten die Einrichtung geräumt hatten und für die Bundeswehr freimachten.

Neuer Name für Kaserne in Hannover

Im März dieses Jahres hatte von der Leyen den neuen Traditionserlass unterzeichnet. Auslöser waren die Skandale um Wehrmachtsandenken in mehreren Kasernen. Von der Leyen kündigte daraufhin eine Überarbeitung des alten Traditionserlasses an, der noch aus dem Jahr 1982 und damit aus der Zeit des Kalten Krieges und vor der Wiedervereinigung stammte. Vor dem Hintergrund des neuen Erlasses wurde in Hannover die Emmich-Cambrai-Kaserne in Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne umbenannt. Der Soldat Tobias Lagenstein aus Wildeshausen war 2011 bei einem Auslandseinsatz bei einem Anschlag in Afghanistan ums Leben gekommen. Im Zuge der Debatte um die Tradition der Bundeswehr hatten Soldaten der Kaserne dafür gestimmt, ihrem Standort einen unbelasteten Namen zu geben.

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Hauptfeldwebel-Langenstein-Kaserne mit Schild © dpa-Bildfunk Foto: Holger Hollemann

Neuer Kasernenname soll Traditionswandel einleiten

Verteidigungsministerin von der Leyen hat eine Kaserne in Hannover erstmals nach einem im Auslandseinsatz gefallenen Soldaten benannt. Tobias Lagenstein starb 2011 in Afghanistan. (28.03.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 03.09.2018 | 09:30 Uhr

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