Bildmontage: Atommüllfässer, ein Ortsschild mit der Aufschrift "Endlager". Im Hintergrund eine Deutschlandfahne (unscharf). © picture alliance/blickwinkel

Endlagersuche: Bürger sollen weiter eingebunden werden

Stand: 17.05.2021 15:48 Uhr

Bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll setzt der Bund auf die Beteiligung der Öffentlichkeit. Die nächsten Beratungen sind im Juni.

Alle Interessierten können sich ab sofort auf einer Internetseite für die nächste Runde der sogenannten Fachkonferenz Teilgebiete registrieren, teilte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) am Montag in Berlin mit. Das digitale Treffen findet vom 10. bis 12. Juni statt.

Viele Gebiete laut Zwischenbericht geeignet

Im September 2020 hatte die mit der eigentlichen Suche beauftragte Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) einen ersten Zwischenbericht veröffentlicht. Demnach sind rund 54 Prozent der Fläche der Bundesrepublik Deutschlands aus geologischer Sicht für die Endlagerung von Atommüll grundsätzlich geeignet. Das Endlager soll laut Standortauswahlgesetz entweder in Salz, Ton oder Granit errichtet werden. Der umstrittene Salzstock in Gorleben war aus dem weiteren Suchverfahren überraschend ausgeschieden.

Letzte Fachkonferenz im August

Die Teilnehmenden der Fachkonferenz Teilgebiete sollen über den Zwischenbericht und die Konsequenzen daraus diskutieren. Im Oktober hatte eine Auftaktveranstaltung stattgefunden, im Februar der erste Beratungstermin. Der zweite folgt nun im Juni, der dritte und letzte Austausch ist im Zeitraum vom 5. bis 8. August geplant. Die BGE muss bei der Suche nach einem geeigneten Standort die Ergebnisse der Fachkonferenz berücksichtigen - in welcher Form, ist allerdings gesetzlich nicht festgelegt. Derzeit arbeitet die BGE daran, die Teilgebiete für einen möglichen Endlagerstandort weiter einzugrenzen.

Weitere Informationen
Eine Grafik über mögliche Standorte für die Endlagerung von Atommüll. © Bundesgesellschaft für Endlagerung Foto: Bundesgesellschaft für Endlagerung

Initiativen unzufrieden mit Fachkonferenz zu Endlagersuche

Bei einer Digital-Konferenz mit mehreren Hundert Teilnehmern sei kaum Austausch möglich, hieß es nach dem Auftakt. (08.02.2021) mehr

Ein Schild warnt an einem Castor-Transport mit der Aufschrift "radioactive" vor radioaktiver Strahlung. © picture alliance Foto: Jan Woitas

Emsland: Entscheidung über Endlager soll später fallen

Kreistag-Umweltausschuss stellt Antrag auf Verschiebung des Auswahlverfahrens um ein Jahr - wegen der Corona-Pandemie. (27.01.2021) mehr

Das Erkundungsbergwerk in Gorleben hinter Stacheldraht. © NDR Foto: Karsten Schulz

Endlagersuche: Bundesbehörde kritisiert frühes Gorleben-Aus

Der Chef des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung fürchtet um die Akzeptanz des gesamten Verfahrens. (15.10.2020) mehr

Traktoren stehen am Erkundungsberkwerk in Gorleben, auf einem Banner steht: Wer Wissenschaft ignoriert VERLIER... beim Atommüll ... beim Klimawandel. Auf einem zweiten Banner steht Atomkraft? NEIN DANKE! © picture alliance Foto: Markus Scholz

Hunderte Menschen feiern Aus für Gorleben bei Endlagersuche

Am Montag war mitgeteilt worden, dass der Salzstock nicht mehr für die Endlagerung radioaktiver Abfälle infrage kommt. (05.10.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 17.05.2021 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Soldaten der Bundeswehr bei einer Übung in Munster. © Picture Alliance Foto: Philipp Schulze

Exzesse in Litauen: Soldaten aus Munster unter Verdacht

Die Panzergrenadiere sollen unter anderem rechtsradikale Lieder gesungen haben. Die Bundeswehr ermittelt. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen