Stand: 04.09.2020 08:26 Uhr

Volkswagen bietet Einzelklägern Vergleich an

Diesel steht auf dem Tankdeckel eines VW-Autos. © picture alliance/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB Foto: Heike Schmidt
VW sucht das Gespräch mit Dieselkunden, die im Abgasskandal Einzelklagen angestrengt haben. (Themenbild)

Nach der Einigung im Musterverfahren hat Volkswagen im Abgasskandal nun auch rund 50.000 Einzelklägern Schadenersatz in Aussicht gestellt. Mit mehr als der Hälfte der Betroffenen sollen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur über Anwaltskanzleien bereits Gespräche laufen. In 7.000 Fällen seien die Verhandlungen bereits erfolgreich beendet worden.

VW erwartet Annahmequote von 75 Prozent

Kläger, die die angebotene Einmalzahlung annehmen, können ihr Auto behalten. Die Alternative ist, das Urteil im eigenen Verfahren abzuwarten, bei dem sich die Richter an der Auslegung des Bundesgerichtshofs (BGH) orientieren dürften. Dann können Dieselkunden unter Umständen den Kaufpreis abzüglich eines Betrags für die Nutzung des Fahrzeugs erhalten. Sie müssen den Wagen im Rahmen dieser Rückabwicklung allerdings an Volkswagen zurückgeben. Der VW-Konzern will mit den Vergleichsangeboten die meisten Fälle bis zum Jahresende erledigt haben. Es werde mit einer Annahmequote von 75 Prozent gerechnet, heißt es.

Keine einheitlichen Entschädigungssummen

Anders als bei der Musterfeststellungsklage gibt es keine einheitlichen Entschädigungssummen für jedes Automodell. Es sind Einzelregelungen geplant, die von der Nutzung und dem Alter des Fahrzeugs abhängen. In dem Sammelverfahren hatten VW und der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) für rund 265.000 Dieselkunden einen außergerichtlichen Vergleich erzielt. Diese bekommen je nach Fahrzeug zwischen 1.350 und 6.257 Euro. Zu mehr als 95 Prozent ist die Abwicklung der hierbei angenommenen Vergleiche mittlerweile abgeschlossen.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional | 04.09.2020 | 17:00 Uhr

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