Stand: 15.08.2017 12:14 Uhr

Plasma-Partnerschaft in Göttingen startet

Es sieht aus wie kleine Blitze - Plasma. Das entsteht, wenn man einem Gas so viel Energie zuführt, dass Elektronen die Atomhüllen verlassen. So wird es elektrisch leitfähig. In geringen Dosen lassen Göttinger Forscher der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) das Plasma auf die Haut treffen. Denn die kleinen Blitze können Wunden heilen und Läuse auf der Kopfhaut töten. Heute starten die Forscher eine Forschungspartnerschaft zum Plasma. Die Wissenschaftler kooperieren mit 13 Betrieben aus dem medizintechnischen Bereich. "Plasmatechnologien aus Südniedersachsen - Impulse für ein gesundes Leben" nennt sich die Partnerschaft. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Initiative mit 6,5 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren.

Forscher entwickeln Plasma-Kamm gegen Läuse

Neben der Wundheilung erforschen die Göttinger, wie sich Plasma beispielsweise als keimabtötender Handtrockner verwenden lässt. Verantwortlich für das Projekt ist der Vize-Präsident der HAWK, Professor Wolfgang Viöl. Er leitet das dortige Fraunhofer-Institut für Plasma und Photonik. Zuletzt hatten er und sein Team einen Plasma-Kamm entwickelt, der Kopfläuse und deren Eier abtötet. Kopfhaut und Haare bleiben intakt. Auch als Mittel gegen Neurodermitis soll Plasma wirksam sein.

Plasma verändert Oberflächeneigenschaften

Plasma gilt als vierter Aggregatzustand nach fest, flüssig und gasförmig. Auf Kunststoffen und Metallen verändert es Oberflächeneigenschaften. Das machen sich die Göttinger Forscher zu Nutze. Als einzige Hochschule in Niedersachsen hat die HAWK im vergangenen Jahr beim Bundeswettbewerb "Starke Fachhochschulen - Impuls für die Region" gewonnen und so die Fördersumme eingestrichen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.08.2017 | 12:00 Uhr

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