Stand: 26.06.2020 00:00 Uhr

Göttingen: Quarantäne im Hochhaus aufgehoben

Außenaufnahme von einem unter Quarantäne gestellten Wohngebäude. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner/dpa
In Göttingen ist bereits zum zweiten Mal ein Hochhaus zum Corona-Hotspot geworden.

Die Quarantäne für ein Hochhaus in Göttingen ist um Mitternacht ausgelaufen. Am Donnerstag hatte die Stadt mitgeteilt, dass die Maßnahme nicht verlängert werde. Während der einwöchigen Quarantäne seien die Kontaktpersonen der Infizierten ermittelt worden. Nur die gut 200 Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden oder als Kontaktpersonen gelten, müssen in "individueller Quarantäne" bleiben. Bei einem Massentest vor rund anderthalb Wochen hatten die Behörden bei mehr als 120 der 700 Bewohner das Virus nachgewiesen.

VIDEO: Corona Kompakt: Quarantäne in Hochhaus beendet (2 Min)

Vier Infizierte bei 600 Tests

Bei insgesamt 600 weiteren Tests seien vier Personen positiv getestet worden, hieß es. Dabei handele es sich um Kontaktpersonen von Infizierten im familiären Umfeld. "Das belegt, dass die verfügten Maßnahmen Wirkung zeigen", sagte Petra Broistedt, die Leiterin des Krisenstabs der Stadt. Die Gebäude-Quarantäne könne daher aufgehoben werden. Die Bewohner des Hochhauses dürfen dieses nun wieder ungehindert verlassen. Auch Besucher dürfen wieder auf das Gelände - allerdings nur mit einer FFP2-Maske. Ein Teil des errichteten Zauns rund um den Wohnkomplex soll zudem abgebaut werden.

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Kinder werden nochmal getestet

Die weiter unter Quarantäne stehenden Menschen werden weiterhin von der Stadt mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs versorgt. Bis Dienstag soll zudem weiterhin zweimal täglich Essen ausgeben werden. In der kommenden Woche sollen dann außerdem alle 200 Schul- und Kindergartenkinder noch einmal getestet werden. Bis zum Vorliegen des Testergebnisses dürfen sie Schule und Kita nicht besuchen. Die Stadtverwaltung möchte so verhindern, dass sich das Virus weiter verbreitet.

Zahl der Infektion im Landkreis nahe des Grenzwerts

Bereits seit Montag dürfen Bewohner, die zweimal negativ getestet wurden, das Haus unter Auflagen wieder verlassen. Insgesamt ist die Zahl der Fälle in Stadt und Landkreis Göttingen laut einer Übersicht der Landesregierung vom Donnerstagmorgen knapp unter den Grenzwert für neue Corona-Maßnahmen gesunken. Demnach gab es in den vergangenen sieben Tagen 48,8 laborbestätigte neue Covid-19-Fälle auf 100.000 Einwohner. Ab 50 Fällen in einem Landkreis sollen nach Vereinbarungen von Bund und Ländern die Corona-Maßnahmen wieder verschärft werden. In Göttingen schwankt der Wert seit Tagen um diese Marke.

Stadt hält Lage für beherrschbar

Die Infektionen konzentrieren sich allerdings auf einen Hochhauskomplex in der Stadt, unweit eines anderen Hochhauses, in dem es kurz zuvor einen massiven Ausbruch gegeben hatte. Weil die Bewohner in dem jüngst betroffenen Hochhauskomplex unter Quarantäne gestellt wurden, ist die Lage nach Einschätzung der Stadt beherrschbar.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.06.2020 | 19:00 Uhr

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