Stand: 02.11.2018 16:03 Uhr

Glyphosat-Verzicht: In Braunschweig ein Erfolg

Bild vergrößern
Der Spezial-Traktor verbrennt das Unkraut mit Infrarotstrahlen bis zu den Wurzeln.

Bleibt Braunschweig herbizidfrei? Die Stadt feiert ihr Modellprojekt als Erfolg. Am 6. Februar entschied der Stadtrat mit großer Mehrheit, für einen Versuchszeitraum auf Herbizide wie Glyphosat bei der Unkrautvernichtung auf städtischen Flächen zu verzichten. Seit Juni setzt die Gemeinde das Projekt um. Die Verantwortlichen ziehen jetzt ein positives Zwischenfazit. Einzige Problematik: Das Projekt ist ein teures Unterfangen. Ob die Stadt dauerhaft Geld zugunsten des Verzichts auf Umweltgifte in die Hand nimmt, entscheidet der Rat im Dezember.

Glyphosatverzicht: Sinnvoll aber teuer

Videos
08:20
Markt

Glyphosat: Pflanzengift im Essen nachgewiesen

20.08.2018 20:15 Uhr
Markt

Müsli, Haferflocken und Brot können Glyphosat enthalten. In einer Stichprobe von Markt wurde das Unkrautvernichtungsmittel in 7 von 29 Getreide-Produkten nachgewiesen. Video (08:20 min)

Die Verpackung eines Unkrautvernichtungsmittel, das den Wirkstoff Glyphosat enthält. © dpa bildfunk Foto: Patrick Pleul

Die Alternativen zu Glyphosat

NDR Info - NDR Info Perspektiven -

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Wissenschaftler suchen nach Alternativen. Wie können solche Mittel ersetzt werden?

3 bei 2 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Der Versuch startete im Juni. Für die rund 80.000 Quadratmeter städtische Fläche, die an Straßen grenzen, schaffte die Stadt einen Spezial-Traktor aus den Niederlanden an. Kostenpunkt: 20.000 Euro. Zudem stellte die Verwaltung Geld für fünf Stellen zur Verfügung, was 115.000 Euro kostete. Die Evaluation der ersten Monate zeigt: Fünf Gartenarbeiter sind für die zu bearbeitende Fläche zu wenig. Um die Flächen gründlich und flächendeckend zu reinigen, benötigt man offenbar weitere sieben Stellen. Zusätzliche Kosten: Rund 300.000 Euro.

Entscheidung über Fortsetzung im Dezember

Vor dem Beschluss im Februar arbeitete die Stadt mit 13 Herbiziden, von denen sechs glyphosathaltig waren. Ob die Stadt parteiübergreifend dazu bereit ist, diese Kosten zu tragen, entscheidet sich im Dezember. Beobachter sehen eine breite Zustimmung in den meisten Fraktionen. Damit könnte die Stadt ihre Vorreiterrolle manifestieren. Braunschweig ist nicht die einzige Stadt in Niedersachsen, die seit einiger Zeit auf Umweltgifte verzichtet. Neben Braunschweig arbeiten Osnabrück, Wolfsburg und Salzgitter sowie viele kleinere Kommunen an dem Projekt.

Weitere Informationen

Lies: Glyphosat wird nicht mehr akzeptiert

Das US-Urteil gegen den Glyphosat-Hersteller Monsanto hat laut Niedersachsens Umweltminister Lies Signalwirkung. Es müsse Alternativen für das umstrittene Pflanzenschutzmittel geben. mehr

Die Suche nach Alternativen zum Glyphosat

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ist in der EU stark umstritten. Es steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Forscher suchen nach Alternativen im Pflanzenschutz. mehr

Dieses Thema im Programm:

Aktuell | 02.11.2018 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

03:06
Hallo Niedersachsen

Weil zu Brexit: "Versuchen, die Folgen abzumildern"

16.01.2019 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen