Stand: 04.10.2011 09:56 Uhr  | Archiv

Ferdinand Piëch: Die graue Eminenz

Ohne ihn läuft nichts bei Volkswagen: Ferdinand Piëch ist der einflussreichste Mann beim Wolfsburger Autobauer. Von 1993 bis 2002 leitete er den Volkswagen-Konzern, ehe er als Vorsitzender in den Aufsichtsrat rückte. Im Laufe der Zeit festigte der gewiefte Taktiker seine Macht bei VW. So räumte der am 17. April 1937 in Wien geborene Industriemanager selbst ein, bei der Ablösung des damaligen VW-Chefs Bernd Pischetsrieder durch den früheren Audi-Chef Martin Winterkorn die Strippen gezogen zu haben. Seit Januar 2007 nun leitet mit Winterkorn ein Vertrauter Piëchs den VW-Konzern. Und die "graue Eminenz" selbst wurde im Mai 2008 erneut an die Spitze des Aufsichtsrats gewählt - allen Widerständen zum Trotz.

Kritik an "Doppelrolle" bei VW

So hatte der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) immer wieder die "Doppelrolle" Piëchs als oberster VW-Kontrolleur und Großaktionär kritisiert. Piëch ist der Enkel von Autopionier Ferdinand Porsche, der den VW-Käfer erfand und dessen Konstrukteursarbeiten die Grundlage für die heute weltbekannte Sportwagenschmiede Porsche waren. Und er sitzt im Aufsichtsrat des Sportwagenbauers und hält selbst Aktien an dem Stuttgarter Konzern, den die Familien Piëch und Porsche kontrollieren.

"Benzin im Blut"

Porsche-Enkel Piëch hatte schon früh seine Leidenschaft zum Automobil entdeckt: "Er hat wie sein Großvater Benzin im Blut", hieß es 1963, als Piëch bei Porsche in Stuttgart im Motorenversuch seine Karriere begann. 1972 wechselte Piëch zu Audi, wurde dort Technikvorstand, 1988 dann Audi-Chef. Es war Piëch, der die Voraussetzungen dafür schuf, dass Audi heute bei den großen Limousinen eine echte Konkurrenz von Mercedes und BMW ist. "Autos bauen" nannte er einmal sein großes Hobby, und das hat er fast sein Leben lang getan.

"Will das Sagen haben"

Der Technik-Freak gilt als kein leichter Umgangspartner. Seine Kritiker sagen: "Wenn es um Entscheidungen geht, will er das Sagen haben." Das bekam auch Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking zu spüren, als dessen großer Gegenspieler Piëch spätestens seit der gescheiterten VW-Übernahme durch den Sportwagenbauer gilt.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 13.05.2014 | 07:00 Uhr

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