Eine Nahaufnahme eines Wolfes im Wald. © picture alliance/Jens Büttner/dpa Foto: Jens Büttner

Wölfe in MV: Weitere Rudel nachgewiesen

Stand: 25.11.2020 16:21 Uhr

Der Wolf breitet sich in Mecklenburg-Vorpommern weiter aus. Laut Landwirtschaftsministerium gibt es neue bestätigte Rudel nahe Güstrow, Lübtheen und Feldberg.

In Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit 15 Wolfsrudel und ein Wolfspaar nachgewiesen. Durch das Wolfsmonitoring wurden zuletzt ein Rudel mit mindestens drei Welpen bei Kirch Rosin südlich von Güstrow und ein Rudel mit fünf Welpen im Bereich des Naturparks Feldberger Seenlandschaft bestätigt. Nachdem bei einem Wolfspaar in der Lübtheener Heide (Kreis Ludwigslust-Parchim) nun auch zwei Welpen festgestellt wurden, gilt es auch als Rudel, wie das Landwirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte.

Hinweise auf neues Wolfspaar

Darüber hinaus gibt es westlich von Greifswald erste Hinweise auf ein neues Wolfspaar. Nach Angaben von Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) wurden in den bekannten Rudeln insgesamt 36 Welpen nachgewiesen, wobei nicht für alle Rudel solche Nachweise vorliegen würden. "Wir brauchen klare Parameter, um festzulegen, wann der günstige Erhaltungszustand der Art Wolf erreicht ist", erklärte Backhaus. Dann könnten weitere Schritte in Richtung bestandswirksamer Maßnahmen unternommen werden. Er erwarte daher von der Bundesregierung klare Aussagen mit Blick auf die kommende Umweltministerkonferenz im Frühjahr 2021.

Mehr als 300 Nutztiere von Wölfen getötet

Die Anzahl der gemeldeten Rissvorfälle, bei denen der Wolf als Verursacher festgestellt oder nicht ausgeschlossen werden kann, belief sich in diesem Jahr mit Stand vom 23. November 2020 auf 82 Fälle. Dabei wurden 311 Nutztiere getötet und 104 verletzt. Überwiegend wurden Schafe gerissen, in einigen Fällen auch Damwild und Kälber von Rindern.

Behörden lehnen Abschuss von Wölfen weiter ab

Schafzüchter und Bauern in Mecklenburg-Vorpommern fordern seit Jahren, dass die Zahl der Wölfe im Land reduziert wird. Behörden lehnen das weiter ab - mit Verweis auf den strengen Schutzstatus des Wolfes. Das Risiko einer Raubtierattacke könne durch verschiedene Präventionsmaßnahmen deutlich minimiert werden, darunter Elektroschutzzäune und Herdenschutzhunde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.11.2020 | 16:00 Uhr

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