Eine Graugans und ihre Küken futtern auf einer Wiese. © Nord-West-Media TV

Vogelgrippe bei weiteren Wildvögeln auf Rügen nachgewiesen

Stand: 07.11.2020 18:13 Uhr

Auf der Insel Rügen ist bei 19 weiteren Wildvögeln die Geflügelpest nachgewiesen worden. Damit erhöht sich die Zahl der festgestellten Vogelgrippe-Fälle auf 25.

Wie ein Sprecher des Landkreises Vorpommern-Rügen am Sonnabend sagte, wurden die Tiere fast alle im Rahmen des Wildvogelmonitorings geschossen. Lediglich zwei Tiere - eine Möwe und ein Bussard - seien bislang tot gefunden worden. Wegen der zunehmenden Geflügelpest-Nachweise hat Landrat Stefan Kerth (SPD) die Stallpflicht am Sonnabend auf den gesamten Landkreis ausgeweitet. Tote Wildvögel sollten demnach gemeldet werden, wenn mehr als drei auf einem eng begrenzten Raum gefunden werden. Insbesondere gehe es um Wildgänse, Wildenten, Schwäne, Kormorane, Möwen oder Greifvögel.

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Eine Feder eines Geflügeltieres auf der Wiese.
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Vogelgrippe: Virus H5N5 auf Rügen nachgewiesen

Hühner, Gänse, Enten, Fasane, Laufvögel: Im Landkreis Vorpommern-Rügen muss Hausgeflügel in den Ställen bleiben. 2 Min

Experten weisen mehrere Subtypen des Virus nach

Bei den vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) untersuchten Tieren wurden nach Landkreis-Angaben neben den Subtypen H5N5 und H5N8 auch der Subtyp H5N1 festgestellt, der bei dem Geflügelpest-Geschehen im Jahr 2006 bei zahlreichen Wildvögeln auf Rügen nachgewiesen wurde und unter bestimmten Umständen auf den Menschen übertragen werden kann. Zuletzt war auf Rügen in Proben von fünf erlegten Wildvögeln der Erreger der Vogelgrippe nachgewiesen worden. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts konnten die Wissenschaftler bei drei Pfeifenten der Subtyp H5N8 sowie bei einer Pfeifente und einer Saatgans der Subtyp H5N5 nachweisen. Die Proben seien Anfang November entnommen worden, hieß es.

Tierhalter sollen Geflügel-Bestände den Behörden melden

Vor einer Woche war der Vogelgrippe-Erreger vom Typ H5N5 ebenfalls auf Rügen bei einem toten Mäusebussard entdeckt worden. Die Geflügelhalter in mehreren Regionen des Landkreises mussten ihr Hausgeflügel daraufhin in Ställen unterbringen. Alle betroffenen Gebiete hat der Landkreis Vorpommern-Rügen in einer Tierseuchenverfügung aufgelistet und auf seiner Internetseite veröffentlicht. Die Tierhalter im Kreis wurden zudem aufgefordert, ihre Geflügelbestände beim Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz zu melden.

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Legehennen in einem Hühnerstall © dpa Foto: Ingo Wagner

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Stallpflicht könnte auf gesamten Kreis ausgeweitet werden

Karte des Landkreises Vorpommern-Rügen mit Gebieten, in denen die Auftsallpflicht gilt. © Landwirtschaftsministerium MV Foto: Landwirtschaftsministerium MV
In Teilen des Kreises gilt bereits eine Stallpflicht.

Tote Wildvögel sollten ebenfalls den Behörden gemeldet werden, wenn mehr als drei auf einem eng begrenzten Raum gefunden werden. Es gehe dabei insbesondere um Wildgänse, Wildenten, Schwäne, Kormorane, Möwen oder Greifvögel. Sollte sich die Lage verschlechtern, müssen Geflügelhalter nach Angaben der Behörde im gesamten Landkreis Vorpommern-Rügen damit rechnen, dass sie Hühner, Enten, Gänse und Puten für längere Zeit in Ställen unterbringen müssen.

Übertragung auf Menschen bisher nicht nachgewiesen

Die Vogelgrippe ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Sie kann bei Hausgeflügel mit schweren allgemeinen Krankheitszeichen verlaufen und dem Loeffler-Institut zufolge auch auf den Menschen übertragen werden. Nach Angaben der Hamburger Verbraucherschutzbehörde wurden solche Fälle aber bislang weltweit nicht nachgewiesen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 07.11.2020 | 18:00 Uhr

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