Stand: 05.04.2019 18:09 Uhr

Testfeld für Offshore-Windanlagen geplant

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Vor Warnemünde soll ein Testfeld mit bis zu zwölf Windkraftanlagen entstehen. (Archivbild)

Etwa zwölf Kilometer vor Warnemünde soll ein bundesweit einmaliges Testfeld für Offshore-Windanlagen entstehen. Das hat der Bundestag im Rahmen des sogenannten Netzausbaubeschleunigungsgesetzes beschlossen. Laut Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) ist die Inbetriebnahme des Felds für 2023 geplant. Bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg, sagte er mit Blick auf die verschiedenen Genehmigungsverfahren.

Windräder von Land aus sichtbar

Das Testfeld soll Platz für zehn bis zwölf Offshore-Windkraftanlagen bieten, die von Land aus sichtbar sein werden. Nun könne begonnen werden, einen Plan für die Nutzung des Testfelds und die Auswahl der zu testenden Anlagen zu erstellen. Außerdem soll ein Konzept entwickelt werden, um eine möglichst breite Akzeptanz zu gewährleisten. Ziel sei außerdem lokale Unternehmen und Forschungseinrichtungen einzubinden, so der Minister.

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Beitrag zum Klimaschutzziel 2030

Mit den Windanlagen könne auch ein Beitrag geleistet werden, das Klimaschutzziel 2030 zu erreichen. 65 Prozent des in Deutschland produzierten Stroms sollen bis dahin aus erneuerbaren Quellen stammen. Der Bundestag hat ein Gesetzespaket verabschiedet, das zum Ziel hat, den Ausbau der Stromnetze zu beschleunigen. Genehmigungsverfahren werden gestrafft. Landwirte, über deren Äcker Leitungen führen, können höhere Entschädigungen erhalten. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nannte das Gesetz einen Meilenstein. Im Zuge der Energiewende muss Strom, der an der Küste durch Windkraft gewonnen wird, in den Süden der Republik geleitet werden.

Pegel: Einmalige Bedingungen

Wie Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturminister sagte, werden in der Anlage erstmals neue Offshore-Komponenten unter realen Bedingungen getestet. Wegen der Nähe zur Universität Rostock und weiteren Forschungseinrichtungen sei das Testfeld weltweit nahezu einmalig, so Pegel weiter. Es sei eine Chance, den eigenen Technologievorsprung zu sichern. Für die Entwicklung neuer, leistungsstarker Anlagen seien Tests unter realen Bedingungen unabdingbar.

Zustimmung und Ablehnung

Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) begrüßte das Projekt. Es würde eine Stärkung des Wirtschafts- und Forschungsstandortes bedeuten, sagte er. "Windenergieanlagen prägen hier die Landschaften an Land und auf See und sind Rückgrat der Energiewende in Deutschland." Skeptisch zeigte sich Rostocks Tourismuschef Matthias Fromm. "Die unverbaute Küste und die einzigartige Naturlandschaft sind Alleinstellungsmerkmale." Und sie seien ein wichtiger Buchungsgrund. "Das geplante Testfeld würde das unmittelbar negativ beeinflussen." Von einem "Skandal" sprach der Chef des Warnemünder Gewerbevereins, Dietmar Vogel. Die Politik sei in der Lage, den schönsten Urlaubsort zu vernichten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 05.04.2019 | 06:30 Uhr

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