Schwesig: Lockerungen ab Inzidenzwert unter 100 vorstellbar

Stand: 27.01.2021 15:35 Uhr

Die Corona-Pandemie war Thema einer Aktuellen Stunde des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern. Ministerpräsidentin Schwesig stellte Lockerungen und weitere Wirtschaftshilfen in Aussicht, kann sich aber auch eine Beschränkung der Reisefreiheit vorstellen.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat der Wirtschaft auch nach der Corona-Pandemie weitere staatlichen Hilfen in Aussicht gestellt. Die Landesregierung werde sich für jedes Unternehmen und jeden Arbeitsplatz einsetzen, sagte Schwesig in der Aktuelle Stunde des Landtags, die mit dem Motto "Neustart nach der Krise" von der SPD-Fraktion überschrieben worden war. Die Ministerpräsidentin sagte, die Landesregierung könne zwar keine Garantie für jeden Betrieb und jeden Arbeitsplatz abgeben, aber nach Corona müsse die Wirtschaft mit Unterstützung des Landes auf Touren kommen. Schon bisher hätten Bund und Land im Nordosten zu 52.000 Anträgen 550 Millionen Euro ausgezahlt.

Schwesig: Frisöre könnten ab Inzidenzwert unter 100 öffnen

Schwesig stellte zudem Lockerungen in Aussicht: Bei einer landesweiten Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 könne die Wirtschaft Stück für Stück wieder öffnen. Ab einer Marke von unter 100 sei denkbar, dass Dienstleister wie Frisöre wieder öffnen könnten. "Ich sage aber ganz klar, das wird alles nur funktionieren, wenn wir es schaffen, uns vor der Mutation zu schützen", so Schwesig. Am Dienstag hatte der Wert im Bundesland bei 103 gelegen. Allerdings erteilte das Kanzleramt Lockerungsplänen am Mittwoch eine Absage. Die AfD-Fraktion kritisierte Enscheidungen aus dem Bauch heraus. Das führe zu einer Insolvenzwelle. Die CDU-Fraktion erklärte, neue Belastungen für die Wirtschaft dürfe es nicht geben. Die Linksfraktion fordert ein Umsteuern nach der Krise, um die Wirtschaft klimaneutral aufzustellen und die Digitalisierung voranzubringen.

Schwesig offen für Grenzverkehr-Einschränkungen

Außerdem begrüßte die Ministerpräsidentin Bestrebungen zur weiteren Beschränkung der grenzüberschreitenden Reisetätigkeit. Dies sei ein wichtiger Beitrag, um der Ausbreitung besonders ansteckender Coronavirus-Mutationen entgegenzuwirken. "Unser Land hat immer, auch gegen Gegenwind, vertreten, dass wir den Reisebereich, gerade den internationalen, stärker einschränken müssen", sagte sie. Es gehe nicht darum, sich gegen andere Staaten oder Menschen abzuschotten. "Es geht darum sich vor der Mutation abzuschotten, die durch Reisen von einem Land ins andere gebracht wird", erklärte Schwesig. Deshalb unterstütze ihre Regierung Bestrebungen des Bundes, Fernreisen zu beschränken. "Und ich will es ganz klar sagen: Solange sich die Menschen in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte oder Vorpommern-Greifswald nur im 15-Kilometer-Radius bewegen können, solange unser Kinder nicht in Kita oder Schule gehen können, kann es nicht sein, dass Leute auf die Kanaren oder die Malediven fliegen."

Corona in MV
Schwerin: Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, spricht mit Händlern, Gastronomen und Betreibern von Fitnessstudios die vor dem Landtagssitz im Schweriner Schloss gegen die anhaltenden Corona-Schließungen protestierten. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

MV-Gipfel zu Corona: Debatten im Landtag, Proteste davor

Ministerpräsidentin hat den Kurs der behutsamen Lockerungen verteidigt. Mehr als 200 Demonstranten forderten sofortige Öffnungen. mehr

Grafik Landkreis Inzidenz © NDR

Stufenplan: Vorpommern-Greifswald hat Corona-Regeln gelockert

Einreiseverbot aufgehoben, teils wieder Präsenzunterricht und Kindertagesstätten weiten Betreuungsangebot wieder aus. mehr

Grevesmühlen: Sportlehrer Rene Kirstein wird von Krankenschwester Susanne Kugel in der Mosaik-Schule von einem mobilen Impfteam des DRK Nordwestmecklenburg mit dem AstraZeneca-Impfstoff gegen Corona geimpft. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

Kampf gegen Corona: Impfen von Lehrern und Erziehern hat begonnen

In Mecklenburg-Vorpommern sind die ersten Lehrer und Kita-Erzieher durch mobile Teams und in Impfzentren geimpft worden. mehr

. © NDR

1 Jahr Corona und wir: Generationen! Wie sich das Virus auf die Jungen auswirkt

Viele Kinder und Jugendliche leiden unter Einsamkeit und Zukunftsängsten, doch ihre Sorgen finden kaum Gehör. mehr

Service
Smartphone Telefon-Tastatur. © iStockphoto Foto: Krystian Nawrockii

Bürgertelefone zum Coronavirus

Ministerien, Behörden und Verbände in Mecklenburg-Vorpommern haben Bürgertelefone und Hotlines für Fragen zum Coronavirus geschaltet. Hier finden Sie eine Übersicht. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 27.01.2021 | 16:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Die Innenstadt von Schwerin am Marienplatz ist wie ausgestorben © NDR Foto: Henning Strüber

Corona-Krise: MV-Gipfel berät bis spät in die Nacht

Die Beratungen dauern bis spät in die Nacht. Die Landesregierung will die Ergebnisse erst am Sonnabend mitteilen. mehr