Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand im Gegenlicht. © picture-alliance Foto: Arne Dedert

Schwerin: Fünfeinhalb Jahre Haft wegen Kindesmissbrauchs

Stand: 02.02.2021 12:23 Uhr

Wegen sexuellen Missbrauchs und schwerer Körperverletzung hat das Landgericht Schwerin einen Mann zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Nach Auffassung der Richter hatte der 63-Jährige bereits vor rund acht Jahren den Nachbarsjungen - seinen Großneffen - und dessen Freund beim Computerspielen in seiner Wohnung im Intimbereich berührt. Damals war sein Großneffe neun Jahre alt. Noch schwerwiegender waren laut Gericht zwei weitere Fälle, als der Junge 14 Jahre alt war. Der Mann gab ihm jeweils Cola mit KO-Tropfen. Als der Junge geschlafen habe, missbrauchte er ihn nach Auffassung des Gerichts schwer. Den Einsatz des Narkosemittels wertete die Kammer als besonders gravierend und strafverschärfend. Auch sei der Täter insofern besonders hartnäckig gewesen, als dass er auf die Nachfrage, warum die Cola komisch schmecke, gesagt habe, die müsse so schmecken.

Opfer hatte Angst um seinen kleinen Bruder

Die Aussagen des Opfers waren nach Auffassung der Richter schlüssig, zumal weitere Zeugen seine Darstellungen bestätigten. Mit einem der Zeugen hatte das Opfer über das Internet am Computer gespielt und sich mit zunehmender Wirkung der Tropfen merkwürdig verhalten. Weil der Junge nach eigenen Angaben Angst hatte, dass seine Familie ihr zu Hause verliert, habe er erst spät Anzeige erstattet. Er habe warten wollen, bis er volljährig ist. Doch im Laufe der Zeit habe er befürchtet, dass auch sein kleiner Bruder Opfer des Mannes werden könnte. Der Angeklagte äußerte sich im gesamten Prozess nicht zu den Vorwürfen, sein Verteidiger forderte Freispruch. Ob er innerhalb einer Woche Revision einlege, wolle er jetzt mit seinem Mandanten besprechen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.02.2021 | 11:00 Uhr

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