Stand: 05.06.2017 11:26 Uhr  | Archiv

Schreiadler: Stiftung will Schutz verbessern

Schreiadler © © NDR/NDR Naturfilm/Christoph Hauschild
Der Schreiadler ist der seltenste Adler Deutschlands, nur gut 100 Paare brüten hier noch, davon etwa 80 in Vorpommern. Er wird deshalb auch Pommernadler genannt. (Archivbild)

Er ist Deutschlands kleinster Adler: der Schreiadler oder auch Pommernadler genannt. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es mit 85 Brutpaaren deutschlandweit die meisten Tiere dieser Art. In Brandenburg gibt es gut 20, in Sachsen-Anhalt nur ein einziges Brutpaar. Die Deutsche Wildtierstiftung kümmert sich um das Überleben des seltenen und streng geschützen Adlers. In einem seit sechs Jahren laufenden Projekt hat sie seine Lebensbedingungen an fünf Standorten gesichert - auch in Mecklenburg-Vorpommern.

Lebensräume verbessert

Die Stiftung hat dafür gesorgt, dass der Schreiadler in Ruhe brüten und seine Jungen aufziehen kann - und in der Nähe genügend Nahrung findet. Die fünf Standorte des Projektes befinden sich in der Nähe von Teterow und in der Feldberger Seenlandschaft. Dort haben Schreiadler-Experten gemeinsam mit Landwirten und Förster dafür gesorgt, dass der Greif das findet, was er zum Leben braucht. Das ist vor allem Grünland. Dort jagt der Schreiadler kleine Säugetiere wie Mäuse. Aber auch dichten Wald braucht der Raubvogel - zum Schutz und für Deckung.

Landwirte und Waldbesitzer werden entschädigt

Mit den Landnutzern wurden auf zehn Jahre befristete Verträge geschlossen. Die Landwirte verpflichteten sich beispielsweise dazu, ihre Wiesen nicht mehr so intensiv zu bewirtschaften sowie anstatt Getreide auch Kleegras oder Luzerne anzubauen. Das hilft den Adlern. Denn auch auf solchen Flächen kann der Schreiadler kleine Tiere fangen, die er besonders gern frisst. Außerdem werden im Umkreis von 50 Hektar rund um den Horst weniger Bäume geschlagen. Doch das kostet Geld. Die Land- und Waldnutzer bekommen dafür Entschädigungen. Alles in allem kostet das Projekt 1,5 Millionen Euro.

Ackerland zu Grünland

Im Rahmen des Projekts sind 150 Hektar Ackerland in Grünland umgewandelt worden. Dort haben sich tatsächlich viele, kleine Säugetiere angesiedelt, wie wissenschaftliche Untersuchungen belegen. Für den Schreiadler sind also gute Jagdreviere entstanden. Davon profitieren auch andere Arten wie etwa der Weißstorch. Allerdings hat sich die Zahl der Adler bisher nicht erhöht. Aber jedes Paar hat auch sein angestammtes Revier.

Modelle für den Artenschutz entwickeln

Oberstes Ziel des Schutzprojektes ist es, neue Modelle für den Schreiadlerschutz zu entwickeln. Erste Konzepte, die sich aus den bisherigen Versuchen ergeben haben, liegen bereits im Landwirtschaftministerium vor. Später sollen sie in Agrarumweltmaßnahmen münden. Die Naturschützer hoffen, dass diese Vorschläge auch so aufgenommen werden. Darüber hinaus will die Stiftung ihre gewonnenen Erkenntnisse unter den Landwirten bekannt machen. Daran sollen Agrarberater mitarbeiten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.06.2017 | 12:40 Uhr

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