Stand: 23.08.2019 15:18 Uhr

Rostocks künftiger OB - Was plant Madsen?

Auf den designierten Rostocker OB Claus Ruhe Madsen wartet eine Menge Arbeit. (Archivbild)

Mitte Juni ist der Däne Claus Ruhe Madsen (parteilos) zu Rostocks neuem Stadtoberhaupt gewählt worden. Seitdem ist es ruhiger geworden um den 47-Jährigen. Nach dem Wahlrummel hat er erstmal Urlaub mit der Familie gemacht. Doch nun kommt er zurück und will Nägel mit Köpfen machen. Sein Amt als IHK-Präsident hatte er schon im April niedergelegt, kürzlich hat Madsen auch eine neue Geschäftsführung für sein Möbelunternehmen gefunden. "Jetzt habe ich den Rücken frei und kann mich voll auf Rostock konzentrieren", so das neue Stadtoberhaupt im Gespräch mit NDR 1 Radio MV.

"Kommen um Kassensturz nicht herum"

Doch noch bevor Madsen - wahrscheinlich Anfang September - sein Büro im Rathaus bezieht, sind schlechte Nachrichten über Rostocks Finanzen bekannt geworden. Nach einem schuldenfreien Jahr steht die Hansestadt derzeit mit mehr als sieben Millionen Euro im Minus. Viele Millionen Euro könnten noch folgen, meinen nicht wenige in der Stadtpolitik. Madsen schaut als Unternehmer auf die Zahlen. "Wir werden nicht darum herumkommen, im September einen Kassensturz zu machen", sagt er.

Wird die Buga gekippt?

Dann sei einen Monat Zeit dafür, die finanzielle Lage zu sondieren und den Ausblick auf die Zukunft zu richten. In der Bürgerschaft ist man schon konkreter. Es ist wieder vom Sparen die Rede. Auf der nächsten Sitzung will die stärkste Fraktion - die Linksfraktion - einen Antrag stellen: Die Planungen für die Bundesgartenschau (BUGA) 2025 sollen gestoppt werden. "Wir wollen die Schulen und Sportstätten weiter sanieren. Außerdem müssen Kita-Plätze geschaffen werden", sagt die Linken-Frontfrau Eva-Maria Kröger.

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Einigung über Rostocker Groß-Vorhaben

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Linke: Nicht mit Großprojekt am Stadthafen überheben

Zudem gebe es etliche weitere Großprojekte, die bereits beschlossen worden seien. Kröger nennt den Volkstheater-Neubau sowie den Bau einer neuen Feuerwache. "Ich glaube, dass diese Dinge Vorrang haben, bevor wir uns mit einem großen Projekt am Stadthafen überheben."

"Wäre fatal, jetzt die Planungen zu stoppen"

Die zweitgrößte Fraktion aus CDU und Unabhängigen Bürgern für Rostock (UFR) hält mit Fraktionschef Daniel Peters dagegen: "Wir sind eine der wenigen Städte, die das Herzstück, nämlich den Stadthafen, bisher noch nicht entwickelt haben. Es wird endlich Zeit." Die BUGA sei wegen der erheblichen Fördermittel von Land und Bund das beste Instrumentarium, um dieses Ziel zu verfolgen. "Es wäre fatal, jetzt die Planungen zu stoppen", warnt Peters.

01:48
NDR 1 Radio MV

Interview: Claus Ruhe Madsen nach der Wahl

17.06.2019 08:10 Uhr
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Madsen will Rostock innovativer und ökologischer machen

Der designierte OB Madsen bekommt am 28. August seine Ernennungsurkunde. Die Stadt soll nach seinem Willen innovativ, ökologisch und menschenfreundlich werden. Bei der weiteren Entwicklung möchte Madsen auch Erfahrungen aus seiner Heimatstadt Kopenhagen aufgreifen und in Rostock mehr Leute zum Fahrradfahren bewegen. Ein sicheres Radwegenetz, das digitale Bürgerportal und den schonenden Umgang mit Ressourcen hat er sich als konkrete Vorhaben unter anderem auf die Fahnen geschrieben.

Madsen hofft auf "gewissen Welpenschutz"

Aber ohne Auseinandersetzungen - auch in der Bürgerschaft - wird es nicht gehen, weiß er. "Wenn es ernst wird, werde ich auch mal den Druck aus dem Kessel nehmen." Zugleich hofft er auf einen "gewissen Welpenschutz" am Anfang seiner Amtszeit. "Den einen oder anderen Fehler werde ich sicher machen. Den macht aber auch jeder Mensch. Ich stehe gerne dazu." Am 2. September will der Däne sein Amt antreten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.08.2019 | 16:10 Uhr

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