Mastbetrieb mit Puten © NDR Foto: Claus Halstrup

Region Dömitz: Geflügelpest in Putenmastbetrieb bestätigt

Stand: 29.01.2021 16:47 Uhr

In einer Putenmastanlage im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist die Geflügelpest ausgebrochen. Rund 20.000 Tiere müssen nun getötet werden.

In dem Putenmastbetrieb in Klein Schmölen bei Dömitz seien Anfang der Woche auffallend viele Tiere verendet, teilte der Landkreis Ludwigslust-Parchim mit. Untersuchungen im Auftrag der Veterinärbehörde des Kreises hätten das Influenzavirus ergeben. Die Bestätigung durch ein Referenzlabor bringt nun Gewissheit, der Verdacht auf Geflügelpest hat sich erhärtet. Die Veterinäre des Kreises haben den Betrieb gesperrt, etwa 20.000 Puten müssen getötet werden.

Weitere Informationen
Gänse

Fragen und Antworten zur Geflügelpest

Nach Entdeckung des Vogelgrippe-Erregers H5N8 sind Verbraucher und Geflügelhalter in Norddeutschland in Alarmbereitschaft. Wie gefährlich ist das Virus für Mensch und Tier? mehr

Glasin: Rund 7.300 Puten mussten getötet werden

Aktuell kommt es immer wieder zu Ausbrüchen der gefürchteten Vogelgrippe in Mecklenburg-Vorpommern. Erst am Mittwoch hatte der Landkreis Nordwestmecklenburg einen Ausbruch in der Gemeinde Glasin bekannt gegeben, dort mussten rund 7.300 Puten gekeult werden. Ein Sperrbezirk wurde eingerichtet. Bisher waren laut Agrarministerium sowohl kleine private Haltungen mit verschiedenen Geflügelarten als auch große Hühner- sowie Putenhaltungen betroffen. Zehntausende Tiere mussten getötet werden.

Weiter hohes Infektionsrisiko

Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit gibt bezüglich der Vogelgrippe keine Entwarnung. Die Experten auf der Insel Riems sprechen noch immer von einem hohen Infektionsrisiko. Demnach ist das Virus weiterhin sehr aktiv, vor allem die Viren des hochpathogenen Subtyps H5. Deswegen geht das Friedrich-Loeffler-Institut davon aus, dass jederzeit mit weiteren Fällen gerechnet werden muss. Die Tierseuchenexperten auf der Insel Riems betonen, noch immer würden sich landesweit viele Wildgänse und andere Wasservögel an den Gewässern und auf den Feldern versammeln.

Geflügelpest: Insgesamt elf Betriebe im Land betroffen

Bis Donnerstag wurden in Mecklenburg-Vorpommern 46 Fälle von Geflügelpest unter Wildvögeln registriert. Es sind vor allem Einzelfunde. Die Tierseuche ist mit dem Fall in Klein Schmölen in insgesamt elf geflügelhaltenden Betrieben ausgebrochen. Deshalb habe der Schutz des Hausgeflügels oberste Priorität, heißt es aus dem Friedrich-Loeffler-Institut. Tierhalter sollten ihr Geflügel so schützen, dass es keinen direkten oder indirekten Kontakt zu Wildvögeln hat. Dies gelte auch für Zoos und Tierparks. In fast allen Landkreisen und kreisfreien Städten von Mecklenburg-Vorpommern gelten entsprechende Allgemeinverfügungen. Informationen darüber, was im Detail gilt, finden Sie hier: Landkreis Nordwestmecklenburg, Landkreis Ludwigslust-Parchim, Landkreis Rostock, Landkreis Vorpommern-Greifswald, Landkreis Vorpommern-Rügen.

Weitere Informationen
Freilandgänse stehen vor einem Stall. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

Vogelgrippe in MV: Entspannung nicht in Sicht

Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts muss in MV mit weiteren Fällen gerechnet werden. mehr

Hühner stehen dicht aneinander gedrängt hinter einem Zaun.  Foto: Claudia Arlt

Vogelgrippe in einem Stall bei Laage ausgebrochen

Betroffen sind rund 37.000 Tiere in einem Legehennenbetrieb in Kobrow. Sie sollen in den kommenden Tagen getötet werden. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.01.2021 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Das Kreuzfahrtschiff "AIDAblu" der Reederei AIDA Cruises liegt im Seehafen Rostock. Der Sicherheitsbereich am Hafenbecken ist eingezäunt. © dpa Foto: Bernd Wüstneck

Mecklenburg-Vorpommern will AIDA mit Bürgschaft helfen

Die Reederei soll eine Landesbürgschaft über 26 Millionen Euro bekommen. Das hat der Finanzausschuss des Landtages beschlossen. mehr