Stand: 11.07.2018 11:23 Uhr

Pilotprojekt: Polizei testet Körper-Kameras

Bild vergrößern
Zunächst werden Reviere in Rostock, Schwerin und Anklam mit "Bodycams" ausgestattet. (Archivbild)

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Polizei von heute an mit Körper-Kameras ("Bodycams") im Einsatz. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) stellte die neue, zunächst im Rahmen eines Pilotprojekts getestete Ausrüstung in Anklam (Landkreis Vorpommern-Greifswald) vor. Caffier hofft, dass die Videokameras eskalierende Situationen beruhigen.

Caffier will sich nicht mit Angriffen auf Polizisten abfinden

"Leider geraten Polizistinnen und Polizisten immer wieder ins Visier von Gewalttätern und werden Opfer von Angriffen. Als Innenminister werde ich mich damit nicht abfinden und diese physische Gewalt gegen die Repräsentanten des Staates nicht akzeptieren", erklärte Caffier. 2017 wurden nach Angaben des Innenministeriums insgesamt 500 Widerstandsdelikte gegen Polizeibeamte in der Polizeilichen Kriminalstatistik registriert. Es gab den Angaben zufolge 109 Körperverletzungsdelikte registriert, in 34 Fällen davon handelte es sich um eine gefährliche oder schwere Körperverletzung.

Ein Polizist hält eine Bodycam in den Händen.

Pilotprojekt: Polizei testet Bodycams

Nordmagazin -

Die Gewalt gegen Polizeibeamte nimmt zu. Können Bodycams die Hemmschwelle für Attacken gegen Einsatzkräfte erhöhen? In Mecklenburg-Vorpommern startet jetzt eine Testphase.

5 bei 2 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Polizei in Rostock, Schwerin und Anklam testet die neue Ausrüstung

Außerdem sollen die Aufnahmen als Beweismaterial dienen. Die Körper-Kameras werden nicht permanent, sondern nur nur bei Bedarf eingeschaltet. In der Probephase kommen drei unterschiedliche Kameratypen zum Einsatz. Die Reviere Rostock-Reutershagen, Schwerin und Anklam werden über die Dauer von einem Jahr die Geräte in der Praxis ausprobieren. Jede Dienststelle wird mit insgesamt 13 Testgeräten eines Typs ausgestattet, die nach einem gewissen Zeitraum jeweils getauscht werden, so dass jede Dienststelle jedes Modell testen kann.

Filmen auch in Privatwohnungen möglich

Die Polizisten können im öffentlichen Bereich filmen. Aber auch - und das ist juristisch besonders umstritten - in Privatwohnungen. Die Erkennbarkeit der Bodycam-Nutzung dadurch gewährleistet werden, dass Aufschriften auf der Kleidung der Beamten auf eine Video-Dokumentation hinweisen sowie durch mündliche Information. Während der Pilotphase soll ein Fokus auf die sogenannte Pre-Recording-Funktion gelegt werden. Dabei werden kontinuierlich Videobilder der letzten 60 Sekunden auf einem sogenannten flüchtigen Speicher abgelegt.

"Die präventive Zielrichtung steht hier im Vordergrund", erklärte Projektleiter Michael Kath. "Denn ein potenzieller Störer, der damit rechnen muss, dass selbst ein plötzlicher körperlicher Übergriff aufgezeichnet wird, wird eher geneigt sein, von einer solchen Handlung Abstand zu nehmen." Nach dem Ende der Pilotphase soll entschieden werden, ob die Bodycams ein geeignetes Mittel sind, die Polizei in ganz Mecklenburg-Vorpommern bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Weitere Informationen

Landtag: Bessere Überwachung von Gefährdern

Fußfesseln für terroristische Gefährder, Bodycams für Polizeibeamte: Mit den Stimmen von SPD, CDU und BMV ist im Landtag das Landespolizeigesetz geändert worden. mehr

Landtag: Fußfessel für Gefährder

In Mecklenburg-Vorpommern sollen terroristische Gefährder künftig mit elektronischen Fußfesseln überwacht werden können. Der Landtag brachte ein entsprechendes Gesetz auf den Weg. (14.12.2017) mehr

Panorama 3

Debatte über Fußfessel für "Gefährder"

21.03.2017 21:15 Uhr
Panorama 3

Gefährder sollen durch das BKA-Gesetz künftig auch präventiv mit Fußfesseln überwacht werden können. Teile der Polizei sehen das kritisch, würden lieber umfangreich observieren. (21.03.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.07.2018 | 06:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:02
Nordmagazin
01:46
Nordmagazin

GEW kritisiert Entwurf für neues Schulgesetz

25.09.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
06:07
Nordmagazin