Parabolspiegel des Fernerkundungsdatenzentrums des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) Neustrelitz. ©  DLR, CC-BY 3.0 Foto:  DLR, CC-BY 3.0

Neustrelitz beobachtet Weltraumwetter

Stand: 27.05.2021 07:06 Uhr

In der Außenstelle des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Neustrelitz sollen in Zukunft bis zu 80 Forscher das Weltraumwetter vorhersagen.

Die Beobachtung des Weltraumwetters ist wichtig, weil Sonnenstürme, also Strahlungs- und Plasmaausbrüche der Sonne, das tägliche Leben stark beeinflussen können. Satelliten können im Extremfall so sehr gestört werden, dass Kommunikations- und Navigationssysteme ausfallen. Das würde dann Alltägliches wie das Telefonieren oder Fernsehen betreffen. Es kann aber auch gefährlich werden, wenn zum Beispiel die Bordelektronik von Flugzeugen ausfällt. In der Außenstelle des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Neustrelitz sollen in Zukunft bis zu 80 Forscher das Weltraumwetter vorhersagen, um solche Störungen zu vermeiden. Dafür entstehen rund 40 neue Arbeitsplätze. Das Land hat die Einrichtung mit rund 10 Millionen Euro unterstützt. Die Betriebskosten von rund sechs Millionen Euro jährlich werden gemeinsam von Bund und Land getragen.

Fast 100 Jahre Forschungstradition

Eine Grafik zeigt wie ein Sonnensturm das Magnetfeld der Erde treffen und verändern kann.
Sonnenstürme haben Auswirkungen auf das Magnetfeld der Erde. Vor allem die Präszision von Navigationsgeräten, die auf GPS-Satelliten angewiesen sind, ist in Gefahr.

Die Erforschung des Einflusses der Sonne auf irdische Technik in Neustrelitz geht bis in die 1920er-Jahre zurück. Zuvor wurde der Einfluss von elektromagnetischen Wellen auf die Funktechnik für die Deutsche Post erkundet, im Februar 1923 ging die 1913 gegründete Versuchsfunkstelle des Kaiserlichen Telegraphenversuchsamtes Neustrelitz bereits in die Geschichte ein.

Neustrelitz protokollierte schon 1913 Funkstörungen

Die Versuchsfunkstelle Neustrelitz, Techniker in Gräfeling bei München und eine Funkstelle in Riverhead bei New York protokollierten während eines internationalen Großversuchs über mehrere Tage das Zeitzeichen des französischen Senders Lyon. Dabei traten in Neustrelitz protokollierte Funkstörungen zu 98 Prozent auch bei München und New York auf. Die Sonne wurde dabei als wesentlicher Faktor identifiziert. Diese wissenschaftliche Sensation wird zu den Anfängen der eigentlichen Weltraumwetter-Forschung gezählt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.03.2021 | 09:00 Uhr

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