Stand: 27.12.2018 09:31 Uhr

Neue Hürden für Menschen mit Handicap in MV

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Der Bürgerbeauftragte Matthias Crone fordert, Menschen mit Behinderungen besser in die Gesellschaft zu integrieren.

Der Bürgerbeauftragte in Mecklenburg-Vorpommern, Matthias Crone, hat am Donnerstag mehr Anstrengungen gefordert, um Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft zu integrieren. In vielen Bereichen blieben die Hürden für Menschen mit Handicaps hoch, so Crone in seiner Jahresbilanz. Für das zu Ende gehende Jahr rechnet der Bürgerbeauftragte mit rund 1.700 Eingaben und Hilfeersuchen. Das seien etwa so viele wie 2017 (1.727 Beschwerden).

Bürgerbeauftragter informiert über Eingliederungshilfen

Wie Crone mitteilte, würden Menschen mit Handicaps immer noch mit unnötigen Benachteiligungen im Alltag konfrontiert. Als Beispiele zählte Crone den Wohnungsmarkt, den Tourismus-Bereich sowie den Städtebau auf. Die gute Nachricht: Die wachsende Nachfrage nach Arbeitskräften erhöhe die Vermittlungschancen auch für Schwerbehinderte. Gemeinsam mit den Arbeitsagenturen informiere er Unternehmen über die bestehenden Eingliederungshilfen.

Crone: "Angebot auf dem Wohnungsmarkt hält nicht Schritt"

"Der Bedarf an barrierefreien und auch noch bezahlbaren Mietwohnungen wächst, ohne dass das Angebot Schritt hält", bemängelte der Bürgerbeauftragte den Neubau-Bereich. Bei Neubauten werde zwar darauf geachtet, dass ein Teil dieser Wohnungen auch für Menschen mit Handicaps nutzbar ist. Doch seien die gesetzlichen Vorgaben in der Bauordnung unzureichend.

"Fürs Tourismusland MV könnte es mehr sein"

Zudem habe es Beschwerden über unzureichende Angebote der Hotelbranche für Behinderte gegeben. Der auch für die Belange Behinderter zuständige Bürgerbeauftragte forderte den Gesetzgeber auf, über die bisher für die Hotellerie formulierten Minimalstandards hinauszugehen. "Für ein Land, das so stark vom Tourismus lebt, könnte es schon etwas mehr sein", mahnte Crone.

Neubaugebiete ohne Bürgersteige sind ein Problem

Anstatt weniger Hürden gebe es im Städtebau sogar neue Probleme, sagte der Bürgerbeauftragte. In Neubaugebieten würde häufig auf Bürgersteige verzichtet. Diese seien jedoch für Rollstuhlfahrer und auch für Sehbehinderte wichtige Orientierungshilfen. Auf sogenannten Mischverkehrsflächen hätten sie keinen geschützten Bereich mehr für sich. Zudem gebe es noch immer Bahnhöfe im Land, die nicht auf die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern eingestellt sind.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 27.12.2018 | 10:00 Uhr

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