Stand: 06.05.2020 11:19 Uhr

Nagelstudios, Kultur, Zoos: Weitere Corona-Lockerungen in MV

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei am 5. Mai zu Lockerungen in Tourismus, Kultur und Bildungswesen. © ndr.de Foto: ndr.de
Körpernahe Dienstleistungen, Kultur, Zoos und Gärten: Ministerpräsidentin Schwesig hat weitere Rücknahmen von Corona-Einschränkungen verkündet.

In Mecklenburg-Vorpommern wird es in den kommenden Tagen weitere Corona-Schutzmaßnahmen zurückgenommen. Von Donnerstag (7. Mai) an dürfen Kosmetikstudios, Logopäden, Nagelstudios, Massagepraxen, Tattoostudios und ähnliche körpernahe Dienstleistungen unter Wahrung strikter Hygienevorschriften wieder öffnen. Physiotherapie-Praxen dürfen nun auch für Kunden ohne Rezept öffnen. Das gab Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstagmittag nach einer Kabinettssitzung bekannt. "Lockerungen führen nicht zu weiteren Infektionen, wenn wir strenge Schutzmaßnahmen haben", sagte Schwesig mit Blick auf die jüngsten, vergleichsweise niedrigen Infektionszahlen in Mecklenburg-Vorpommern.

Kultureinrichtungen dürfen ab Montag öffnen

In Zoos, Tierparks und botanischen Gärten sollen Spielplätze und Inneneinrichtungen wieder für Besucher begehbar werden. Zudem dürfen von kommendem Montag (11. Mai) an Museen, Gedenkstätten, Galerien, Schlösser, Ausstellungen und andere Kultureinrichtungen wieder für den Publikumsverkehr öffnen. Es gelten dieselben Hygieneregeln wie im Einzelhandel - also die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sowie die Einhaltung der 1,5-Meter-Abstandsregel. "Wir brauchen die Kultur, wir müssen gemeinsam darauf aufpassen, dass die Kulturschaffenden auch nach der Krise noch bei uns sind", sagte Kulturministerin Bettina Martin (SPD). Es seien bislang rund 180 Anträge für Überbrückungsstipendien für freischaffende Künstler und Vereine gestellt worden, in 62 Fällen seien bisher Gelder ausgezahlt worden.

Fahrplan für Kinderbetreuung und Schulen am Donnerstag

Auch am Montag können die frühkindlichen Angebote in den Kindertagespflegen wieder genutzt werden. Davon können mehr als 4.100 Kinder im Land profitieren, wie Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) sagte. Am 18. Mai sollen dann die Vorschulkinder wieder in die Kitas zurückkehren. Laut Schwesig sollen alle Kinder in den nächsten Wochen schrittweise wieder in die Kindertagesbetreuung und in die Schulen gehen können. Dass aber schon bald sämtliche Kinder wieder in demselben Umfang wie bisher betreut werden können, schloss Schwesig aus. Wegen der spezifischen Schutzmaßnahmen könnten lediglich kleinere Kindergruppen betreut werden. Drese sagte, die Gruppen in den Kitas sollen lediglich fünf bis zehn statt der üblichen 15 Kinder umfassen und von einer festen Person betreut werden.

Martin: Schulische Angebot bis zu Sommerferien

Bildungsministerin Martin ergänzte, dass es um "schulische Angebote insgesamt" gehe. "Alle Schüler sollen bis zu den Sommerferien in die Schule gehen können, aber das heißt nicht jeden Tag und nicht jeden Tag den ganzen Tag", so Martin. Ein genauer Wiederöffnungs-Fahrplan soll am Donnerstag bekannt gegeben werden. Dabei werde es auch um die sechsten Klassen gehen, sagte sie. Bisher erhalten rund ein Drittel aller Schüler in MV wieder Präsenzunterricht.

Beratung über Großveranstaltungen, Kontaktverbot und Altenheim-Besuchsverbot

Am Mittwoch stehen Bund-Länder-Beratungen über weitere Lockerungen an. Am Donnerstag soll im Kabinett in Schwerin entschieden werden, ab wann Veranstaltungen als Großveranstaltungen gelten - bisher sind die bis Ende August verboten. Schwesig sprach sich dafür aus, in diesem Bereich eine bundesweit einheitliche Regelung zu erreichen, um keinen Flickenteppich unterschiedlicher Größenangaben in den einzelnen Ländern zu haben. Am Donnerstag will das Kabinett über eine Lockerung des Besuchsverbots in Alten- und Pflegeheimen beraten.

Umfangreiche Lockerungen in Gastronomie

Bereits am Montagabend hatten sich Vertreter von Landesregierung, Tourismus und Gastgewerbe im Land darauf verständigt, in der Woche vor Pfingsten wieder allen Bundesbürgern Urlaub an der Ostsee zu erlauben. Gaststätten sollen unter strikten Hygieneauflagen am kommenden Sonnabend wieder öffnen dürfen, ab 18. Mai auch Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen. Zum 25. Mai sollen dann Touristen aus anderen Bundesländern wieder einreisen dürfen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 05.05.2020 | 14:00 Uhr

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