NDR MV Live: Wie hat sich Vorpommern entwickelt?

Stand: 09.07.2021 15:09 Uhr

Ein Vorpommern-Fonds, ein Vorpommern-Rat und ein Vorpommern-Staatssekretär: Seit 2016 hat die Landesregierung die Entwicklung Vorpommerns verstärkt im Fokus. NDR MV Live hat eine Zwischenbilanz gezogen.

Schlechtere Wirtschaftskraft, drohende medizinische Unterversorgung, höhere Arbeitslosigkeit und ausbaufähige Mobilität: Der östliche Landesteil Mecklenburg-Vorpommerns hat mit großen Problemen zu kämpfen. Seit fünf Jahren hat das Land nun einen Vorpommern-Staatssekretär. Patrick Dahlemann (SPD) ist Interessenvertreter der Region am Kabinettstisch in Schwerin und Ansprechpartner vor Ort. Seit 2018 gibt es außerdem den sogenannten Vorpommern-Fonds. Drei Millionen Euro jährlich stehen für Projekte in Vorpommern zu Verfügung. Mit dem Geld soll die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung unterstützt, der gesellschaftliche Zusammenhalt gefördert und die regionale Identität gestärkt werden.

Patrick Dahlemann mit Mitgliedern des Vorpommern-Rats. © NDR/Kersten Schüssler
Patrick Dahlemann mit Mitgliedern des Vorpommern-Rats.
Kritik an Vorpommern-Strategie

Immer wieder wird Kritik an der Strategie laut - unter anderem am Amt des Vorpommern-Staatssekretärs. Rund 600.000 Euro jährlich kosten die Personalstellen und die Räumlichkeiten. "Hier auf Rügen ist davon bisher nichts angekommen", kritisiert Sellins Bürgermeister Reinhard Liedtke (Selliner Wählergemeinschaft). Aus seiner Sicht fehlen vor allem Mittel für die Förderung der Museen. Der Greifswalder Landtagsabgeordnete Nikolaus Kramer (AfD) betitelt den Vorpommern-Staatssekretär Dahlemann als "teuersten Briefträger der Welt", der den Bürgern nicht helfe. Er sieht vor allem den Breitbandausbau weiterhin als ein großes Problem in der Region. Ein anderes Beispiel nennt der Greifswalder Historiker Haik Thomas Porada: "Wir haben auf der Mecklenburgischen Seite insgesamt 17 Schlösser, die vom Land unterhalten werden - hier in Vorpommern ist es mit Granitz aktuell nur eins."

Dorf Stadt Kreis: Porträt von Thomas Naedler  Foto: Jörn Lehmann
AUDIO: Folge 22 - 5 Jahre Vorpommern im Fokus (47 Min)

Dahlemann zufrieden mit seiner Arbeit

Knut Schäfer vom Rügener Tourismusverband hält der Kritik entgegen: "Man hat immer direkt einen Ansprechpartner. Es war die richtige Entscheidung, einen Staatssekretär für Vorpommern einzustellen." Auch Dahlemann selbst zeigt sich zufrieden: "Ich bin mit meinem Gewissen im Reinen." Er verweist auf Erfolge wie die Entscheidung zum Wiederaufbau der Darßbahn, die Mitteleinwerbung für das Anklamer Projekt Ikareum und die jüngste Entscheidung des Kabinetts, einen Teil der Anlage von Prora zu kaufen, um ein Dokumentationszentrum zu errichten. "Wer glaubt, dass diese Großprojekte vom Himmel gefallen sind, der irrt sich gewaltig", betont Dahlemann. "Mecklenburg-Vorpommern kann sich als Bundesland nur positiv entwickeln, wenn wir beide Landesteile gleichermaßen voranbringen", sagt er. Dabei sieht er künftig auch eine große Chance in der engeren Zusammenarbeit mit der Metropolregion Stettin.

Neue Vorpommern-Strategie wird am Sonnabend übergeben

Eckpfeiler der Vorpommern-Strategie in den kommenden fünf Jahren sollen die Ausstattung der Kommunalfinanzen und ein Finanzpaket für die Feuerwehren sein, so Dahlemann. Die offizielle Übergabe ist am Sonnabend.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.07.2021 | 14:00 Uhr

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