Stand: 03.09.2020 16:23 Uhr

Maritime Wirtschaft: Alle Optionen werden geprüft

Die Bundesregierung schließt eine Staatsbeteiligung an den MV-Werften nicht aus. Derzeit würden alle Optionen geprüft, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Der maritime Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann (CDU), hatte bei einem Besuch in Rostock am Mittwochabend im Gespräch mit NDR 1 Radio MV noch gesagt: "Es ist nicht verlockend, dass der Steuerzahler Anteile übernehmen soll." Zudem wolle der Staat nicht in Konkurrenz zu anderen Werften treten. Berlin ziehe mit der Landesregierung an einem Strang, um die Werften mit Standorten in Wismar, Rostock und Stralsund zu retten. Es gehe schließlich um den größten Industriebetrieb Mecklenburg-Vorpommerns mit rund 3.000 Arbeitsplätzen.

Schwierige Risikobewertung bei MV-Werften

Allerdings sei die Ausgangslage kompliziert, sagte Brackmann: Der Konzern Genting sei zugleich Eigentümer der MV-Werften und Besteller der Schiffe. Genting sei Corona-bedingt mächtig in die Krise geraten und strukturiere sich derzeit um. Das mache es für die Banken schwierig, das Risiko abzuwägen. Immerhin geht es um 570 Millionen Euro, die die MV-Werften unter dem Corona-Rettungsschirm des Bundes bekommen würden. Dafür müsse Genting überzeugende Gutachten vorlegen. Die Summe von 570 Millionen Euro nennt Landes-Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) seit einigen Monaten.

Unterstützung für AIDA

Dem ebenfalls durch die Corona-Krise bedrohten Kreuzfahrtunternehmen AIDA Cruises sagte Brackmann Unterstützung zu: "AIDA hat für uns eine ganz große Bedeutung. Wir werden alles tun, wenn dort eine Hilfe notwendig sein sollte, diese auch zu prüfen." Ob Aida einen Antrag gestellt habe, wollte Brackmann mit dem Verweis auf das Betriebsgeheimnis nicht bestätigen. Interesse der Bundesregierung sei es, gerade die großen Branchen, die viele Arbeitsplätze an sich binden, durch diese schwierige Zeit zu bringen.

Land und Bund wollen sich kümmern

AIDA Cruises gehört zum US-Konzern Carnival Cruises, der seine Steuern nicht in Deutschland zahlt. Dennoch prüft die Bundesregierung offenbar den Antrag von AIDA Cruises auf Staatshilfen. Carnival sei zwar in einem großen Verband, aber Aida bestelle seine Schiffe in Deutschland. So wurde etwa das Mittelschiff samt Motoren für die "AIDAnova", dem weltweit ersten Kreuzfahrtschiff mit Flüssiggasantrieb, in Rostock auf der Neptun-Werft hergestellt. Land und Bund wollten sich um Werften, Zulieferer und Reedereien in ganz Deutschland kümmern, betonte der maritime Koordinator. Das Ziel sei klar, der Ausgang nicht.

 

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 03.09.2020 | 06:30 Uhr

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