Ein Angeklagter im Gerichtssaal im Landgericht Schwerin. © A. Frost Foto: A. Frost

Lange Haftstrafe für Schweriner Straßenräuber

Stand: 01.05.2021 10:12 Uhr

Das Schweriner Landgericht hat einen Straßenräuber zu vier Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt. Der Mann hatte am hellichten Tag acht gebrechliche Frauen und Männer überfallen.

Wegen Raubes und Körperverletzung ist ein 30 Jahre alter Mann aus Schwerin zu vier Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er hatte in seinem Prozess am Schweriner Landgericht gestanden, im September und Oktober 2020 im Schweriner Stadtteil Großer Dreesch acht Frauen und Männer überfallen zu haben. Das älteste Opfer war 89 Jahre alt. Am hellichten Tag stieß er seine Opfer zu Boden und entriss ihnen Taschen und Geldbörsen. Er habe sich gezielt Menschen gesucht, die schlecht gehen oder schlecht sehen können, so die Strafkammer in der Urteilsbegründung. Insgesamt erbeutete er gut 1.200 Euro, eine Uhr und zwei Smartphones. Er nutzte die Beute, um sich Drogen zu kaufen.

Fahndung mit Lockvögeln

Die Überfälle sorgten für viel Unruhe unter den älteren Bewohnern des Stadtteils. Die Polizei reagierte mit einem enormen Fahndungsaufwand. Sie setze Zivilstreifen, Drohnen und als "Lockvögel" verkleidete Beamtinnen ein. Letztlich halfen ein Fingerabdruck und eine DNA-Spur an einer vom Täter weggeworfenen Handtasche, dem Mann auf die Spur zu kommen. Außerdem ortete die Polizei eines der erbeuteten Smartphones.

Die Angst bleibt

Das Geständnis rechnete das Gericht dem Täter "hoch" an, wie der Vorsitzende Richter sagte. Den Opfern blieb es erspart, als Zeugen vor Gericht mit dem Räuber konfrontiert zu werden. Auch wenn ihre Blessuren verheilt sind, leiden die Überfallenen immer noch an Angst und Verunsicherung.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 30.04.2021 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Kind in Schulklasse hebt den Finger. © DPA Bildfunk

Schulöffnung ab Montag – Was gilt im Land?

Ab Montag öffnen die Schulen in vielen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns wieder im Regelbetrieb. Was müssen Sie beachten? mehr